Blog 2018

Schlagwort: Heilpflanzen
„Frauenschuhe!“, der Bericht
Veröffentlicht am Mittwoch, 29. Mai 2019

So einen wunderbaren Berich habe ich tatsächlich noch nie von einer unserer Kräuter-Exkursion beim Volksheilkundlichen Kräuterkurs bekommen – Vielen Dank liebe Sonja, auch dafür daß ich Deine Worte hier veröffentlichen darf :-*

     

„Frauenschuhe“

Nach ergiebigem Regen im Mai war es wieder soweit – unsere Wildpflanzen-Exkursion mit Astrid Süßmuth in den Isarauen der Pupplinger Au.

Astrid hatte schon angedeutet, dass wir uns in sumpfigem Gebiet aufhalten und auch kleinere Bachläufe überqueren würden. Manche von uns waren mit Gummistiefeln ausgerüstet, andere vertrauten auf ihre erprobten Wanderschuhe.
Die Zeit bis zum Mittagessen verging wie im Flug, das Wetter meinte es bis dahin gut mit uns und wir tauchten in die Pflanzenvielfalt entlang der schönen Isar ein.

Dann ging es hinein – in den Auwald! Es war der Eintritt in eine ganz eigene Atmosphäre und sogleich änderte sich auch das Wetter. Es begann zu regnen! Der Waldboden war von den vorangegangenen Regenfällen vollgesogen wie ein nasser Schwamm, dennoch versuchten wir trockenen Fußes zu unserem nächsten Ziel zu gelangen – dem Frauenschuh!

Immer tiefer ging es hinein in die Isarwildnis. Wir hüpften von Grasbüschel zu Grasbüschel, um dem Wasser um uns herum auszuweichen und zogen, wie eine Karawane, hinter unserer Astrid durch den Wald. Kalt war’s – als das erste Wasser durch die Nähte meines Wanderschuhs kam. Später war das Wasser entlang unseres Pfades jedoch so hoch, dass es mir am Schuhschafft von oben in den Schuh lief. Sorgenvoll blickte ich nach unten zu meinen Schuhen. Spätestens hier war klar, dass die Teilnehmer mit Gummistiefeln die bessere Schuhwahl getroffen hatten. Bei meinem Blick nach unten sah ich, wie ein relativ großer, bronzefarbener Frosch hektisch an meinem Schuh vorbeischwamm. Ich konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen – Wahnsinn – was erlebe ich hier gerade?

Astrid Lindgren sagte einmal, als sie zum 80. Geburtstag ihrer Freundin mit dieser um die Wette auf einen Baum kletterte:
„Es gibt schließlich kein Verbot für alte Weiber, auf Bäume zu klettern“. Auf Bäume sind wir nicht geklettert, die haben wir botanisiert – aber wir sind durch Pfützen gesprungen, wie früher in der Kindheit! Astrid trug an diesem Tag diese frechen Zöpfe, die mich an meine Lieblingsfigur von Astrid Lindgren erinnerte und lachend stand sie im Bachlauf, der sich durch die Regenfälle auf dem Waldgrund gebildet hatte.

Das Ziel unseres Weges hatte ich unter den vielen nassen Eindrücken fast vergessen. Dann stand er plötzlich da – der Frauenschuh – mitten in der tiefen Isarwildnis! Die Gruppe wurde ruhig. Stattlich, elegant und erhaben stand die Orchideengruppe da, als wäre sie, die Schöne, Herrscherin von diesem Fleckchen Wald.

Lieber Frauenschuh,
Du – warst es allemal wert, dass wir für dich den beschwerlichen Weg auf uns genommen haben, damit wir dich in deiner strahlenden Pracht an deinem Naturplatz bewundern konnten! Auch wenn unsere Frauenschuhe neben deiner Eleganz am Ende des Tages etwas mitgenommen aussahen! Gell, Astrid ☺.

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„Frauenschuhe!“,…
Veröffentlicht am Mittwoch, 29. Mai 2019

… fasst eine Teilnehmerin des Volksheilkundlichen Kräuterkurses unser Ausbildungswochenende ganz trocken zusammen.
Klar, die hatten wir auch 🙂
Dazu aber auch noch jede Menge anderer grandioser Flora von der Akeleiblättrigen Wiesenraute bis zur Zimtrose, die einer alten Venezianischen Sage nach DIE Liebespflanze überhaupt ist.
Und wir haben direkt draußen die praktische Anwendung von Kräuterwickeln und Kompressen wie etwa mit dem Kreuzlabkraut ausprobiert. Outdoorgeeignet und wohltuend, wie sich schnell zeigte.

Und das alles dann auch mit einer gewissen Abenteuerkomponente – aber das sieht man ja schon an den Frauenschuhen 😉
Vielen Dank an Sonja für die geniale Fotokomposition!

Wer jetzt auch Lust auf Kräuterwissen mit ganz viel Spaß, Naturerlebnis und Pflanzenheilkunde bekommen hat: Hier sind die Infos zum Volksheilkundlichen Kräuterkurs an der FNL-Akademie in Bayern ab März 2020 🙂

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Was die Natur uns verrät: Heilpflanzen gegen Frühjahrserkältungen
Veröffentlicht am Montag, 20. Mai 2019

Nach dem großen Arzt Paracelsus ist die Natur der wichtigste Ratgeber für den Menschen und würde ihm sogar die besten Heilmittelrezepte zeigen.
Solch eine Zusammenstellung sind etwa die drei Heilpflanzen, die gerade dieser Tage – wenn die Sonne zwar schon warm scheint, Wind und Schatten aber im krassen Wechsel noch schneidend kalt sein können –  im frühlingshaften Bergwald blühen: Huflattich, Pestwurz und Hohe Schlüsselblume.
Genau diese hier so wunderbar vergesellschafteten Frühlingsblüher sind bereits jede für sich genommen als entzündungshemmende, hustenreizstillende und gleichzeitig auch auswurffördernde Heilmittel bei akuten Erkältungskrankheiten. Zudem entfalten alle drei Pflanzen eine besonders gute Wirkung bei Frühlingserkältungen, also genau zu der Zeit, in der sie sich uns auch zeigen.

Für eine gerade auch für Kinder gut verträgliche Erkältungsteemischung werden je nach Pflanze ganz verschiedene Pflanzenteile verwendet: Die Blüten vom Huflattich, die Wurzeln der Pestwurz und Blüten sowie Wurzeln der Hohen Schlüsselblume.
Pro Tasse einen EL der Mischung mit gerade nicht mehr kochendem Wasser übergossen, 8 Minuten ziehen lassen und einen TL Honig zugeben. Mehr als drei Tassen täglich und länger als über einen Zeitraum von drei Tagen sollte die Mischung jedoch nicht verwendet werden, denn sowohl Pestwurz als auch Huflattich enthalten die bei längerfristigem Gebrauch leberschädigende Pyrrolizidalkaloide.

Hinweis: Im Gegensatz zu Huflattich und Pestwurz steht die Hohe Schlüsselblume (Primula elatior) in Bayern unter #Naturschutz und darf nicht gesammelt werden. Als Alternative bietet es sich jedoch unbedingt an, sich die schöne Frühlingspflanze aus der gut sortierten Gärtnerei nach Hause in den Garten oder Balkonkasten zu holen.

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„Sah ein Kräuterkurs ein Röslein stehn…“, oder:
Veröffentlicht am Dienstag, 7. Mai 2019

Botanische Raritäten vor dem Schneesturm.
Eine ganz besonders zauberhafte Stimmung begleitete die diesjährige  Mai-Exkursion des Volksheilkundlichen Kräuterkurses an der FNL-Akademie in Bayern. Richtig aufgeladen von den hoch aufgetürmten Wetterwolken war die Atmosphäre rundum und der Himmel passend dazu in ein tiefes Blauschwarz getaucht.
Die Blüten aber leuchteten uns entgegen wie kleine Versprechen, daß doch der Sommer immerimmer wieder kommen wird und wir durften so in wunderbarer Abgeschiedenheit solche Besonderheiten wie Adonisröschen, Küchenschellen, Alpenbuchs und das Heideröschen entdecken.

Weshalb Goethe angesichts der kleinen purpurrosa Blüte seine berühmten Verse „Sah ein Knab’ ein Röslein stehn, / Röslein auf der Heiden, / War so jung und morgenschön, / … “ gedichtet hat?
Im Volksheilkundlichen Kräuterkurs erfahrt Ihr es 🙂

Übrigens, der nächste Kräuterkurs an der FNL-Akademie in Bayern startet wieder im kommenden Frühjahr. Infos dazu findet Ihr unter https://www.vomgletscherzumsteinkreis.de/?p=2050 🙂

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Bayerische Moose und Moore – Radiotipp für den 02.05.2019
Veröffentlicht am Donnerstag, 2. Mai 2019

Eine große Besonderheit der bayerischen Flora ist der filigrane Moorenzian (Swertia perennis), dessen Blütensternchen gleichsam über die nassen Sumpfwiesen hinweg, dem Himmelslicht entgegen zu schweben scheinen.  Wie alle Moorpflanzen erhebt er sich damit über abgestorbenes Pflanzenmaterial darunter, und verkörpert so verkörpert den Triumph von Sonnenkraft und Leben – eine große Heilpflanze.
Deren materielle Verwendung sich aber bereits dadurch verbietet, daß sie aufgrund der Zerstörung ihres Lebensraums „Moor“ in den vergangenen Jahrhunderten immer seltener geworden ist und selbstverständlich unter vollständigem Naturschutz steht. 

Welche Auswirkungen der Rückgang natürlicher Moore auf uns hat und welch enormen Reichtum die Bayerischen Moose und Moore damit für uns haben ist das Thema des kräuterkulturellen Talks „Habe die Ehre“ vom 2. Mai 2019 mit BR Heimat – Kräuterexpertin Astrid Süßmuth und Heimat-Moderatorin Conny Glogger auf der Welle BR Heimat des Bayerischen Rundfunks von 10 – 12:00 Uhr.
Hier der Link zu BR Heimat: https://www.br.de/radio/br-heimat/programmkalender/sendung-2325360.html, wie immer mit Fotostrecke und ab nachmittags dem Podcast zur Sendung.

Viel Spaß beim Zu- oder Nachhören, und nicht vergessen:
O schaurig ist’s übers Moor zu gehn, / Wenn es wimmelt vom Heiderauche, / Sich wie Phantome die Dünste drehn…“

 

 

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Im Zauberwald.
Veröffentlicht am Freitag, 26. April 2019

Schritt für Schritt und Traps für Traps… vorsichtig gehen wir immer weiter hinein in den schottischen Zauberwald mit seinen uralten Eichen und Buchen, zwischen denen feingliedrige Birkenstämmchen waldfeenartig herumzutanzen scheinen – Zauberwald eben.
Gleich einer Spiegelung des Himmelsgewölbes breitet sich unter uns ein ebenso unendlich wirkender Teppich aus blauschimmernden #Hasenglöckchen aus. Welch wunderbare Assoziationen drängen sich mir bei diesem unvergleichlichen Anblick auf: Ist dies das Blau aus dem der Marienmantel gemacht ist? Oder ist es vielmehr ein Umhang einer lange vergessenen Frühlingsgöttin?

Immer tiefer zieht es uns hinein in den Wald, wie könnten wir angesichts solch eines betörende Blütenwunders zu unseren Füßen auch nur im Ansatz daran zweifeln, daß Hasenglöckchenteppiche als gewobener Feenzauber gelten und es zum größten Unmut der Naturwesen führt wenn man auf die Blumen tritt oder sie ausreisst. Wir zweifeln auch keine Sekunde daran, daß die Hasenglöckchen alte #Zauberpflanzen sind, für #Liebeszauber etwa, oder zum Schutz und für die Gesundung kranker Kinder.

Tatsächlich wird das Hasenglöckchen (Hyacinthoides non-scripta, Asparagaceae) noch heute therapeutisch mit gutem Erfolg bei Kindern mit einer besonderen Anfälligkeit für #Erkältungskrankheiten, vergrößerten Mandeln, einer plötzlichen Verringerung des Hörvermögen ohne organische Ursachen und bei Paukenhöhlenergüssen eingesetzt. Homöopathisch aber, da die #Heilpflanze leicht giftig ist.

Bei uns im Alpenraum wächst das Hasenglöckchen leider nicht; wer seinem Zauber verfallen möchte muss zur Blütezeit rund um Beltaine (das alte Fest des wiedererwachenden Lebens nach der Dunkelheit des Winters, das je nach Vollmond zwischen Ende April und Mitte Mai gefeiert wird) nach Irland, Schottland oder England reisen um dort das Naturwunder erfahren zu können.

When harebells chime,
For fairy feasts and fairy balls.
They tinkle while the fairies play,
With dance and song,
The whole night long,
Till daybreak wakens, cold and grey,
And elfin music fades away.

               Cicely Barker, Flower Fairies of Summer

 

 

 

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Pulsatilla, die Aprilschönheit
Veröffentlicht am Dienstag, 9. April 2019

Ganz versonnen scheint die kleine Küchenschelle aus dem frühlingshaft warmen Heidegras der Sonne entgegenzustrahlen – so entzückt vom wiedergekehrten Frühling, daß sie gleich gar die Sonne selbst in ihrem zauberhaft-zartviolettem Blütenkelch wiederspiegelt .
Doch wehe es ziehen Regenwolken auf!
Huschhusch sind die feinen Blütchen zugeklappt und geschwind noch in ein dickes Mäntelchen aus silbrigen Härchen gehüllt. Ganz betrübt lässt sie nun ihr Köpfchen hängen… ach wenn nur bald die Sonne wieder schiene! Was im April glücklicherweise oft gar nicht so lange dauert, zum Glück für das kleine Pulsatillchen und mich als entzückten Betrachter der kleinen Schönheit.

Die Küchenschelle ist aber nicht nur eine der herzergreifend schönsten Frühlingsblumen, sie ist auch eine herausragende Heilpflanze. Schon mit ihrer zart lila Blüte zeigt sie dem aufmerksamen Betrachter eine Aura feiner Melancholie und unbestimmter Sehnsucht an, ein Wesenszug der vielen Menschen inne ist denen sich beim Anblick der Küchenschelle das Herz öffnet. Ganz oft sind dies Menschen mit einem Hang zu Stimmungsschwankungen wie Aprilwetter: von himmelhoch in die Sonne jauchzend zu regenpitschnass zu Tode betrübt, von einem zum nächsten Augenblick. Das sehnsuchtsvoll-romantische Wesen der zarten Blume zeigt sich dann auch oft in der (Gedanken-) Welt dieser Menschen, in Träumen von Liebesromanzen in Cornwall oder einem glücklichen Sommer auf einer Alm weit oben in der Bergen. Klar, meistens sind das natürlich Frauen oder Mädchen, für die dann die Küchenschelle auch das erste Heilmittel der Wahl ist.
Bei Schlafstörungen mit schwierigem Einschlafen und langem Ausschlafen morgens, die mit einer starken nächtlichen Sehnsucht nach Geborgenheit, Einsamkeit oder Trennungsängsten verbunden sind. Bei Blasenentzündung nach Durchnässung oder Sitzen auf kaltem Boden. Als phytohormonell wirkende Pflanze im Bereich von Menstruationsbeschwerden, in der Geburtshilfe sowie im Klimakterium.
Und vor allem bei einem weiten Spektrum psychosomatischer Beschwerden von (oft wehenartigen) Kreuzschmerzen über juckende Hautausschläge bis hin zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die allesamt auf eine zugrundeliegende Thematik von Kälte und Schutzlosigkeit zurückgeführt werden können.

Verwendet wird die Küchenschelle als Giftpflanze ausschließlich in homöopathischer Zubereitung, vor allem in sehr tiefen Potenzen – gepflückt werden darf sie ohnehin nicht, da sie glücklicherweise im gesamten Alpenraum unter Naturschutz steht.
So daß sich auch unsere Kinder und deren Kinder hoffentlich noch in vielen Jahren an dieser wunderbaren kleine Frühlingsschönheit ihr Herz erfreuen können

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Rot, Grün, Blau – die Farben der Natur.
Veröffentlicht am Montag, 1. April 2019

Radiotipp für Dienstag, den 02.04.2019, 10 – 12:00 Uhr:
„Ob leuchtende Sommerblumen, funkelnde Seen oder schimmernde Edelsteine – unsere Welt ist herrlich bunt. Gerade jetzt nach dem Winter sind wir Menschen besonders empfänglich für die vielen zarten und kräftigen Farbtupfer in der Natur. Warum das Pflanzengrün ein echtes Kraftwerk ist, welche Farben für uns besonders wohltuend sind und was es mit der Gesundkraft von Obst und Gemüse auf sich hat, klären BR Heimat-Moderatorin Conny Glogger und Heimat-Kräuterexpertin Astrid Süßmuth in der Aprilsendung des kräuterkulturellen Ratschs von „Habe die Ehre!“.“

„Habe die Ehre!“, der kräuterkulturelle Talk zum Thema „Rot, Grün, Blau – die Farben der Natur“ live und in Farbe*  am 2. April auf der Welle BR-Heimat** des Bayerischen Rundfunks – und natürlich wie immer zum Nachhören als Podcast.

* Farbe gibt es wohl im Radio 🙂  Zur Bildergalerie geht’s hier!
** zu empfangen über DAB, Satellit oder im Internet.

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„Pflanzen für’s Herz“ auf BR Heimat
Veröffentlicht am Dienstag, 6. November 2018

Arnika, Weißdorn, Gingko und andere Heilpflanzen können das Herz heilen und stärken. Im Kräuterratsch auf BR Heimat zeigt die Heilpraktikerin Astrid Süßmuth bei Conny Glogger herzstärkende und herzerfreuende Pflanzen.

Sprichwörtlich „das Herz auf der Zunge“ tragen BR Heimat-Moderatorin Conny Glogger und Heimat-Kräuterexpertin Astrid Süßmuth im kräuterkulturellen Ratsch des Monats November: Welche sind die besten herzstärkenden Heilpflanzen, was passiert, wenn ein Herz bricht, und gibt es sowas wie ein typisch bayerisches Herz-Brauchtum? Sicher ist jedoch eines: „A Herzerl fürs Herzerl“ bezieht sich nicht nur auf die beliebten Lebkuchenherzen, sondern auch auf die Form so mancher Herz-Heilpflanze!

Die Sendung vom 06. November 2018 ist nachzuhören unter https://www.br.de/radio/br-heimat/programmkalender/sendung-2152982.html – viel Spaß!
(Foto: Bayerischer Rundfunk, 2018)

Fotos unten: Mit Artnika wurde schon die Herzerkrankung Goethes geheilt | Ginkgo ist eine klassische Heilpflanze zur Unterstützung der Durchblutung | Welcher Braut geht bei Pfingstrosen im Brautstrauß nicht das Herz auf?

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Gautinger Spätlese 2018.
Veröffentlicht am Sonntag, 23. September 2018

Wenn auch das Traumwetter mit den ersten Herbstböen sowas von in die Berge locken würde – noch länger kann die Traubenlese auf der heimischen Terrasse nicht warten, wie so vieles in diesem Jahr sind auch die Weintrauben fast 3 Wochen früher reif als gewöhnlich. Und wie reif sie sind! Knackig, süß und einfach köstlich – genauso wie der Traubensaft, der gerade in meiner Küche abkühlt.
Traubensaft, und zwar ganz frischer Traubensaft hat eine ähnlich cardioprotektive Wirkung wie der im Rahmen einer feinen Mittelmeerküche als in Maßen zu genießende Rotwein. Ohne Alkohol als Konservator zersetzen sich seine Polyphenole jedoch nach kurzer Zeit.
Nun denn, was spricht also gegen ein frühherbstliches dolce far niente auf der Terrasse mit einem Gläschen frischem Traubensaft aus eigenem Anbau und mit einem stillen Dank an all die Gartennymphen, die sich hier auch in diesem Jahr wieder so emsig getummelt haben? Und natürlich einem kleinen Dankesschwupps dafür in das Beet, dorthin wo die silbrige Kugel gerade so wunderbar in den warmen Sonnenstrahlen blitzt!



 

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Vorbereitungen für den Kräuterkurs: Fermentierter Erdbeerblättertee
Veröffentlicht am Montag, 18. Juni 2018

Vorbereitungen für unser nächstes Kurswochenende beim Volksheilkundlichen Kräuterkurs an der FNL-Akademie in Bayern: Fermentierter Erdbeerblättertee, den wir gemeinsam herstellen wollen.
Nicht nur als geschmackvoller aber dabei koffeinfreier Zusatz für die Hausteemischung, sondern vor allem als Eisteevariante im Sommer sind Erdbeerblätter in dieser Zubereitungsart geschmacklich höchst zu empfehlen.

Ohnehin ist die Walderdbeere ein höchst empfehlenswertes Pflänzchen, das nicht nur bei Glutenunverträglichkeit eingesetzt werden kann, sondern auch tonisierend und kardioprotektiv wirkt. Neueren Forschungsergebnissen nach ist der wässrige Extrakt von Walderdbeer-Blättern ein direkter Vasodilatator, dessen Wirkung mit der von Weißdornblättern und -blüten direkt vergleichbar ist.

 

 

 


 

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Heilpflanzen mit Steffen und Astrid – im Radio und als Podcast.
Veröffentlicht am Freitag, 8. Juni 2018

Kamille, Fichtenwipfel oder Schöllkraut wachsen nicht nur wild und fast überall, sie haben auch ganz besondere Heilkräfte. Gemeinsam mit meinem (herzallerliebsten) Kollegen und Wildpflanzenkenner Steffen Fleischhauer (essbare-wildpflanzen.de) war ich diese Woche in der Sendung „Habe die Ehre“ auf der Welle BR Heimat des Bayerischen Rundfunks zu Gast um über den großen Schatz unserer wildwachsenden heimischen Heilpflanzen sprechen – und darüber, welche Kräuter unbedingt in die Hausapotheke gehören.

Heilpflanzen wachsen überall wild um uns herum und leben mit uns: Es sind Pflanzen mit einem enormen Potenzial für unsere Gesundheit mit einem breiten Verwendungsspektrum bei meist nur geringe Nebenwirkungen. Es wäre schade, wenn wir diesen Schatz verlieren würden, weil wir das Wissen über die Pflanzen unserer direkten Umgebung nicht pflegen – ist es also ein Wunder, daß wir ihnen unser erstes gemeinsames Buchprojekt „Wildwachsende Heilpflanzen einfach bestimmen“ gewidmet haben?


…oder Nachzuhören auf den Seiten des Bayerischen Rundfunks unter https://www.br.de/radio/br-heimat/sendungen/habe-die-ehre/hausapotheke-heilkraeuter-astrid-suessmuth-100.htmlViel Spaß!

 

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Rückblick auf den 3. FNL Kräuterkongress.
Veröffentlicht am Montag, 4. Juni 2018

Wie immer ist eine Rückschau auf eine besonders schöne und reiche Zeit ein bisserl von Melancholie erfüllt – so wie jetzt eben auch der Rückblick auf den 3. Kräuterkongress der Freunde Naturgemäßer Lebensweise FNL, vom 1. – 3. Juni 2018 in St. Georgen am Längsee in Kärnten.
Die über 1000 Jahre alte Klosteranlage rund um die Georgskirche auf einem sanften Hügel oberhalb des idyllischen Längsees wirkt wie der ruhige Pol inmitten der vier Heiligen Berge Kärntens – ein ganz besonderer Ort, ein Kraftort wie gemacht um in stimmigster Atmosphäre (Kräuter-) Wissen zu teilen, alte Freundschaften wiederzubeleben und neue zu schließen (im Bild: Amchi Wangdue, Siegrid Hirsch, Wolf-Dieter Storl, Florian Ploberger, Sieglinde Salbrechter, Astrid Süßmuth, v.r.n.l  | Foto: Wolfgang Ruzicka, danke :-*).

Unter dem Schwerpunktthema „Kräutersprache“ konnten fast 500 Besucher eine reiche Auswahl von Fachvorträgen grandioser Referentenkollegen lauschen, wobei die Bandbreite von Tibetischer Medizin über Kräutermandalas und Spagyrik bis hin zur Heilkraft der Küchenapotheke reichte.

Mein großer Dank geht an das einzigartige FNL-Team mit Siglinde Salbrechter und Katrin Giermaier an vorderster Front und dem einzigartigen Wolfgang Ruppnig an der Gitarre – so eine einzigartige Blues-Flamenco-Referentenvorstellung wie bei meinem Vortrag „Kräuter der Nacht“ hab‘ ich ja noch gar nie erlebt 🙂 🙂 🙂 Es war einfach klasse, mit mitsummenden, mitwippenden und dann auch dem Vortrag voll mitgehenden Publikum im (über)vollem Saal <3
(Vortragsfoto: Christine Spazier, auch Dir danke :-*)

Nachfolgend noch einige Impressionen für diejenigen die nicht dabeisein konnten – und natürlich auch für all die Kräuterfreunde, mit denen ich drei grandiose Tage in Kärnten verbringen durfte. I mog Eich fei 🙂

 
Letzte Vortragsvorbereitungen

 
Verzauberte Abendstimmung mit Blick auf den mystischen Triglav

 
Geschäftiges Kongresstreiben im Stift St. Georgen am Längsee

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Das Weiße Waldvögelein – Heilkraft der Schönheit.
Veröffentlicht am Dienstag, 29. Mai 2018

 

Das Weiße Waldvöglein (Cephalanthera damasonium) blüht zwischen Mai und Juli in den heimischen Bergwäldern. Oft sind es ganz verträumte Orte, an denen diese herrliche kleine Orchidee wächst.
Wer sich die Zeit nimmt, direkt bei ihr eine Pause einzulegen, sich dem Träumen hingibt und einfach nur die Schönheit von Orchidee und Umgebung auf sich wirken lässt…, der kann erfahren, wie sehr Schönheit und Ruhe dazu beitragen, sich „heil“ zu fühlen.

Tatsächlich scheint sich die Aura dieser einzigartig filigranen und doch so erhaben aufgerichteten Pflanze weit um sie herum auszudehnen und auch jeden einzuhüllen, der bei ihr verweilt. Vielleicht heißt es deshalb, daß der Spaziergang zu einem Ort an denen gleich mehrere dieser kleinen Orchideen wachsen um dort ruhig innezuhalten als Reinigung von Geist und Seele, wenn man Kontakt mit Wesen und Menschen hatte, die keine gute Energie ausstrahlen.
Eine ökologische Besonderheit des Weißen Waldvögeleins ist sein Habitat in (montanen) Fichtenmonokulturen, binnen weniger Jahre kann es sich dort flächig ausbreiten. Welche herausragende Signatur, für die heilsame Regenerationskraft der Pflanze!
Ich finde es häufig sogar ganz körperlich greifbar, daß sich die strahlende Ausstrahlung der leuchtendweißen Blüten auch in mir wiederspiegelt – manche sagen sogar, eine Meditation beim Waldvögelein würde das innere Licht eines Menschen entfachen. Probieren Sie es doch einfach aus und gehen Sie hinauf in die Bergwälder, wo diese wunderbare heimische Orchidee jetzt zischen Mai und Juni (wieder!) an vielen Orten ihre weißen Blütenflämmchen gen Himmel reckt.
In diesem Sinne wünsche ich allen eine herrliche zweite Pfingstferienwoche, vielleicht sogar in den Bergen mit der einen oder anderen Begegnung mit den Schönheiten der Natur!


 

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Hollerkücherl im Bierteig
Veröffentlicht am Freitag, 25. Mai 2018

Eine der schönsten Seiten des Monats Mai ist für mich immer wieder der  Genuss feinster Hollerspezialitäten. So lecker die Kücherl, so einfach die Zubereitung:

– 140 g Mehl
250 ml Bier
2 Eier
Zucker und 1 Prise Salz
20 g Butter
12 Hollerblütendolden,
700 g Butterschmalz

Eier trennen, Eigelb mit Mehl, Bier, Zucker, Salz und geschmolzenem Butter verrühren. Steifgeschlagenes Eiweiß unterheben, Blütendolden in den Bierteig tauchen und gleich einer hohen Pfanne mit dem zerlassenen Butterschmalz ausbacken, noch heiß servieren, nach Geschmack evtl. mit etwas Puderzucker bestreuen – viel Spaß beim Fingerabschlecken 😊

Den Holler jetzt aber nur auf eine frühsommerlicher Leckerei zu beschränken wäre völlig falsch. Richtig ist vielmehr, daß der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) – so der korrekte Name des bayrischen Hollers – zu den wichtigsten Heilpflanzen in der Hausapotheke gehöre.

Holunderblütentee wirkt schweißtreibend und fiebersenkend, er ist entzündungshemmend, antibakteriell und antiviral; gleichzeitig stimulieren die in den Blüten enthaltenen Flavonoide die Gewebszellen in den Atemwegen, unterstützen damit den Selbstreinigungsmechanismus der Bronchien und lösen hartnäckigen Stockschnupfen. Anwendungsgebiete sind insbesondere trockener Husten und obstruktive Bronchitis, Heiserkeit durch Schleim im Kehlkopf und durch Schnupfen bedingte Stillprobleme bei Babys. Bei Kopf- und Ohrenschmerzen wirken Holunderblüten schmerzlindernd, auf Kinder zudem beruhigend. Holunderblütentee vor dem Schlafengehen kann übermäßige Albtraumneigung nach Schock- und Schreckerlebnissen mildern.
(aus: „Wildwachsende Heilpflanzen einfach bestimmen“ von Astrid Süßmuth / Steffen G. Fleischhauer, at Verlag 2018)


 

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Hollerkücherl im Bierteig
Veröffentlicht am Freitag, 25. Mai 2018

Eine der schönsten Seiten des Monats Mai ist für mich immer wieder der  Genuss feinster Hollerspezialitäten. So lecker die Kücherl, so einfach die Zubereitung:

– 140 g Mehl
250 ml Bier
2 Eier
Zucker und 1 Prise Salz
20 g Butter
12 Hollerblütendolden,
700 g Butterschmalz

Eier trennen, Eigelb mit Mehl, Bier, Zucker, Salz und geschmolzenem Butter verrühren. Steifgeschlagenes Eiweiß unterheben, Blütendolden in den Bierteig tauchen und gleich einer hohen Pfanne mit dem zerlassenen Butterschmalz ausbacken, noch heiß servieren, nach Geschmack evtl. mit etwas Puderzucker bestreuen – viel Spaß beim Fingerabschlecken 😊

Den Holler jetzt aber nur auf eine frühsommerlicher Leckerei zu beschränken wäre völlig falsch. Richtig ist vielmehr, daß der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) – so der korrekte Name des bayrischen Hollers – zu den wichtigsten Heilpflanzen in der Hausapotheke gehöre.

Holunderblütentee wirkt schweißtreibend und fiebersenkend, er ist entzündungshemmend, antibakteriell und antiviral; gleichzeitig stimulieren die in den Blüten enthaltenen Flavonoide die Gewebszellen in den Atemwegen, unterstützen damit den Selbstreinigungsmechanismus der Bronchien und lösen hartnäckigen Stockschnupfen. Anwendungsgebiete sind insbesondere trockener Husten und obstruktive Bronchitis, Heiserkeit durch Schleim im Kehlkopf und durch Schnupfen bedingte Stillprobleme bei Babys. Bei Kopf- und Ohrenschmerzen wirken Holunderblüten schmerzlindernd, auf Kinder zudem beruhigend. Holunderblütentee vor dem Schlafengehen kann übermäßige Albtraumneigung nach Schock- und Schreckerlebnissen mildern.
(aus: „Wildwachsende Heilpflanzen einfach bestimmen“ von Astrid Süßmuth / Steffen G. Fleischhauer, at Verlag 2018)


 

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Finde den Fehler!
Veröffentlicht am Dienstag, 15. Mai 2018

Ich finde es prinzipiell ja schon klasse, daß sich eine „Online-Apotheke“ der Heilpflanzen annimmt und sogar ein Heilpflanzen-Lexikon kreiert.
Aber es sollte dann halt schon korrekt bebildert sein…

Sehr Ihr den Fehler? Online zu finden unter https://www.juvalis.de/heilpflanzenlexikon/heilpflanze/teufelskralle/

Ich glaub, ich geh lieber in den Garten und schau mir da meine eigenen Teufelskrallen an. Da bin ich mir wenigstens sicher um wen es sich genau handelt und welche Heilwirkung sie wirklich haben.
Oder in die Berge – da sind sie eigentlich fast noch schöner als bei mir daheim 😉 

Schwarze Teufelskralle au jardin | Niedrige Teufelskralle am Weingartengletscher, Walliser Alpen  (von links)

 

 

 

 

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Die erste Rosenblüte 2018 – im Mai, genau zur Kalten Sofie!
Veröffentlicht am Dienstag, 15. Mai 2018

Nachdem zunächst der Winter schier unendlich lange gedauert hatte, und dann plötzlich der überraschende Sommer im Frühling ausgebrochen war entdeckte ich mit einigem Erstaunen, daß schon Anfang Mai einige meiner Rosen dick mit Knospen bestückt waren. Es war also nur eine Frage von Tagen, wann sich die erste Rosenblüte öffnen würde – Anfang Mai! Normalerweise beginnt die Rosenblüte erst im Juni, dem klassischen Rosenmonat.

Das Rennen gemacht hat schließlich eine meiner schönsten Rosen, Paul’s Himalayan Musk, eine englische Rose von George Paul aus dem Jahre 1916 in einer geschützten Lage an der Hauswand, etwa 3 Meter über dem Boden.
Die zartrose Ramblerrose kann Höhen von bis zu 10 Metern erreichen, zuverlässig verziert sie Jahr für Jahr meine Eingangstür als überreichlich blühende Pergola und hüllt jeden der das Haus betritt ihn ihren unvergleichlichen Duft. Aber nur für rund drei Wochen, danach ist sie verblüht.
Es ist eben eine alte Rose, aber eine der herrlichsten die ich kenne <3

So sehr mich nun jede einzelne Rosenblüte auch freut, jetzt im Mai wo ich eigentlich eher mit der einsetzenden Fliederblüte rechnen würde – der aber schon fast verblüht ist in diesem Jahr, mischt sich auch das eine oder andere nachdenkliche Gefühl dazu.
Unbestreitbar, einen derart warmen Jahrestart habe ich noch nie erlebt. Klimawandel, Klimaerwärmung – so fern einem die schmelzenden Polkappen oft vorkommen, sogar die Gartenblumen machen sichbar daß sich die Welt verändert. Bereits verändert hat. Direkt vor meiner Haustür.

 

 

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Das Alpenglöckchen in den Bayerischen Bergen
Veröffentlicht am Montag, 23. April 2018

Sie ist eine filigrane Schönheit,die ihresgleichen sucht, wenn ihre zarten lila blütchen – glitzernd durch Abermillionen funkelnder Flavonpartikelchen – über den Almen den Bergfrühling einläutet.

Die Zukunftsaussichten für das Alpenglöckchen sind trotz europaweitem Schutz nicht gut. Noch genutzte Almwiesen leiden häufig unter Überweidung, aufgelassene Almen verkrauten. In beiden Fällen verliert der Standort für das Alpenglöckchen an Attraktivität. Besonders bestandsgefährdend wirkt sich die Vereinnahmung der Alpenwelt durch den Tourismus aus. Die Gefährdung des Alpenglöckchens durch bauliche Erschließung auch der entlegensten Täler, umfangreiche Bodenentwässerung durch den erheblichen Wasserbedarf der Schneekanonen und Verdichtung des Untergrunds durch Pistenraupen führten dazu, dass es 2004 zur Blume des Jahres gewählt wurde.

 

Schon die freundlich-violette Farbe verrät die beruhigende Wirkung dieser Pflanze, die vom gefransten Blütenrand aufgefrischt wird. Fransen sind als Signatur deutliches Zeichen für Heilmittel bei nervösen Zuständen.
Das Alpenglöckchen hat eine hervorragende Wirkung, wenn man nach einem anstrengenden Tag – nach belastenden, hohe Konzentration fordernden Arbeiten  – einfach nicht zur Ruhe kommt. Es stellt sich trotz größter Erschöpfung keine Müdigkeit ein, der Hamster (beziehungsweise auf der Alm das Murmeltier) im Kopf kommt einfach nicht zur Ruhe. Bereits ein Becher starken Alpenglöckenblütentees führt zu einer angenehmen Müdigkeit mit Entspannung. Auf der Haut stellt sich dazu ein wohliges Gefühl ein, als lege sich eine Kuscheldecke um einen herum. 
Einfach Pflücken darf man die wunderbare kleine Pflanze aber nicht, vollkommen zu Recht steht sie in allen Alpenländern unter Naturschutz.

Unter Verbauungsschutz allerdings steht sie wohl nirgends.
Umso schöner, sie jetzt direkt nach der Schneeschmelze auf den abgelegeneren Almen Bayerns zu finden – und später im Jahr hoffentlich auch wieder in den höhrern Regionen der Zentralalpen.


 

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Heilkräuterausbildung, Kurswochenende in der Aubinger Lohe
Veröffentlicht am Montag, 16. April 2018

Rückblick auf ein Ausbildungswochenende des Volksheilkundlichen Kräuterkurses an der FNL-Akademie in Oberbayern, das nicht nur reich an geballtem Wissen (unter anderem durch eine grandiose Einführung in Botanik und Systematik mit meiner lieben Südtiroler FNL-Referentenkollegin Dr. Sigrid Thaler) und erlesenen Pflänzchen, sondern auch reich an besonderen Momenten wie dem Sonnenuntergang in der mystischen Aubinger Lohe im Westen Münchens war.

Eine Vielzahl von Sagen spinnt sich rund um dieses Wäldchen: Einst soll sich dort auf dem Teufelsberg ein prachtvolles Schloss befunden haben, das von einem jungen Grafenpaar bewohnt wurde. Als der Graf auf der Jagd in den Lohwäldern erschlagen worden war, verfluchte die Witwe Wald und Burg, die daraufhin mit all ihren Schätzen im Teufelsberg versank… Tiefer im Wald ist die Athmosphäre noch ein bisschen düsterer – fanden einst wirklich Opferzeremonien an den uralten Keltenschanzen statt? Fast könnte man davon überzeugt sein, angesichts der Übermasse dorniger Sträucher wie den üppig wachsenden Schlehen, die ihre zarten weißen Blütchen über zentimeterlange Dornen breiten. Lichtflecken tanzen über den Waldboden und verschwimmen mit den Schatten uralter Bäume, um an anderer Stelle wie ein greller Blitz wieder aufzutauchen! Fast könnte man für einen Augenblick überzeugt sein, die Gestalt einer weißgekleideten Gestalt wahrgenommen zu haben.
Oder war es doch nur ein Schlehenstrauch, der uns seine Zweige in den letzten Strahlen der Abendsonne entgegengestreckt hat?

 


 

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Wie Alpenblumen auf den Klimawandel reagieren
Veröffentlicht am Mittwoch, 11. April 2018

Alpenblumen wie der Gletscherhahnenfuß sind Spezialisten, sie überleben in den wildesten Umgebungen, trotzen Kälte, Sturm und UV-Strahlung. Eines sind sie aber nicht: Konkurrenzstark.

Immer mehr Arten wurden in den letzten Jahren im alpinen und sogar nivalen Umfeld entdeckt, Pflanzen die dort einen neuen Lebensraum gefunden haben. Doch wohin sollen die alpinen Spezialisten ausweichen?
Auch der Alpenverein hat sich mit dieser Fragestellung beschäftigt: www.alpenverein.de (externer Link) und kommt zu einem bitteren Ergebnis.

Bild oben: Gletscherhahnenfuß hoch über dem Kesselwandferner in den Ötztaler Alpen
Bilder unten: Der Gletscherhahnenfuß ist eine der faszinierendsten Alpenpflanzen – ein echter „Trotzdemblüher“ mit echtem Gefrierschutz in den Blattadern!

 


 

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Kräutergespräche im Radio.
Veröffentlicht am Dienstag, 10. April 2018

Was für eine tolle Sendung!
Der erste Dank geht natürlich an alle Zuhörer, die mit ihren Kräuterfragen so fleißig angerufen und gemailt haben, daß wir leider gar nicht alle auf Sendung nehmen konnten. Aber versprochen: Fortsetzung folgt, wir sind schon auf der Suche nach einem geeigneten Sendetermin 🙂 Der zweite, aber überhaupt nicht unwesentlichere Dank geht an das ganze Team von BR Heimat, Technik und Redaktion – vielen Dank, ohne Euch hätten Conny und ich die Sendung nie so machen können.

Für alle, die heute vormitteg nicht live zuhören konnten, oder die einfach noch einmal nachhören möchten welche Alpenblumen sich für eine Balkonbepflanzung besonders gut eignen, für was die Hauswurz besonders gut geeignet ist und warum man bei Husten abends einen großen Topf mit dampfendem Thymiantee ins Zimmer stellen sollte, hier der Link zum Podcast: https://www.br.de/radio/br-heimat/sendungen/habe-die-ehre/heilkraeuter-heilpflanzen-astrid-suessmuth-100.html – „Habe die Ehre – Das Kräutergespräch“ auf der Welle BR Heimat des Bayerischen Rundfunks vom 10. April 2018. 

#brheimat #kräuterratsch #kräuterwissen #radiosendung #Kräuterkunde #herbalknowledge


 

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Über Kräuter reden! – Zwei (Radio-) Stunden rund um Kräuter
Veröffentlicht am Sonntag, 8. April 2018

Welche Heilpflanzen helfen bei Halsweh? Wie bereite ich Kräutertee richtig zu?  Und welche Wildkräuter eignen sich am besten für einen schmackhaften Brotaufstrich?

Was Sie schon immer über Kräuter, heimische Heilpflanzen und ihre Verwendung wissen wollten – aber nie die Gelegenheit zu fragen hatten, können Sie am 10. April zwischen 10 und 12 Uhr auf der Welle BR Heimat des Bayerischen Rundfunks von Astrid Süßmuth live beim Kräuterratsch „Habe die Ehre!“ erfahren.

Rufen Sie uns im Studio an unter (0049) (0)800 / 5900 777 oder schreiben Sie ganz einfach eine Mail unter studio@br-heimat.de – Heimat-Moderatorin Conny Glogger und Astrid Süßmuth freuen sich auf Ihre Fragen!

Mehr zur Sendung: https://www.br.de/radio/br-heimat/programmkalender/ausstrahlung-1375196.html
„Habe die Ehre!“, der Kräuterkulturelle Ratsch auf der Radio-Welle BR-Heimat des Bayerischen Rundfunks ist wie immer zu empfangen über Digitalradio, Internet oder Satellit.

#brheimat #kräuterratsch #kräuterwissen #radiosendung #Kräuterkunde #herbalknowledge


 

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Die Christrose
Veröffentlicht am Mittwoch, 14. März 2018

Die Christrose – Blütenwunder an einem Vorfrühlingstag.

Schon im Dezember kann die Blüte der Christrose – wie der Name bereits andeutet – beginnen. Leider ist dieses kleine Weihnachtswunder auf die südlichen Gebiete wie das Tessin oder die Bergamasker Alpen beschränkt. In den nördlichen Alpen verschiebt sich die Blütezeit bis Februar oder März.

Für gewöhnlich halten Giftpflanzen ihre Blüten zur Erde geneigt – diese aber scheint direkt mit uns in Kontakt treten zu wollen. Aber was will sie uns sagen, wie kann eine Pflanze überhaupt mit Menschen kommunizieren? Zunächst einmal über ihre Gestalt. Sie ist kräftig, die Christrose, wie sie meist halb von Schnee bedeckt dasteht. Die Blütenfarben rufen bei uns Menschen eine klare Wirkung hervor. Das strahlende Weiß der Christrosenblüte erweckt den Anschein von Reinheit, von Unberührtheit, von Frische. Und in der Mitte steht ein Stahlenkranz in leuchtendem
Sonnengelb.

Die Christrose ist kein Mainstream-Blümchen. Sie widersetzt sich aktiv dem Grundsatz, dass die Blüte mit dem Frühjahr zu beginnen hat, weil die Vegetation im Winter ruht. Sie ist ein Wesen, das außerhalb der Norm bestehen kann.

(aus: „Lexikon der Alpenheilpflanzen“ von Astrid Süßmuth, AT Verlag 2013)

 

#christrose #schneerose #schnee #Alpenflora #Kräuterwissen


 

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Das Schneeglöckchen
Veröffentlicht am Sonntag, 11. März 2018

Als einer der ersten Frühlingsblüher ist das Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) Sinnbild der Hoffnung und feiert die baldige Rückkehr der Frühlingsgöttin.

In Zukunft ist die kleine Blume vielleicht auch eine große Hoffnung für Alzheimer-Patienten. Seit Jahren belegen Studien die Wirksamkeit der Pflanze (siehe Link), dennoch ist die Schneeglöckchen-Therapie noch nicht etabliert.

Aufgrund ihrer Giftigkeit wird die Pflanze naturheilkundlich ausschließlich in homöopathischer Zubereitung verwendet. Hier gehört Galanthus in der Potenz C30 standardmäßig als Akutmittel in die Rucksackapotheke. Es ist bei Kreislaufkollaps mit Kälte, Zittern und unregelmäßigem Puls eine wertvolle Hilfe.

Generell ist ein Akutstadium, für das das Schneeglöckchen ein Heilmittel sein kann, immer mit großer Kälte verbunden. Schließlich blüht es ja auch zur kältesten Jahreszeit mitten im Schnee!

Der Legende nach hatte Schnee nach der Schöpfung hatte keine Farbe, nur das Schneeglöckchen wollte ihm helfen und schenkte ihm die seine. Darum kann das Schneeglöckchen auch in diesem lebensfeindlichen Umfeld blühen. Tatsächlich enthält das Schneeglöckchen wie auch andere Winterblüher eine Art Frostschutzmittel, das als Zucker im Wasser der Pflanzenzellen den Gefrierpunkt so weit heruntersetzt, daß sich keine Eiskristalle bilden, die die Zellen platzen lassen. Topfpflanzen, die im Gewächshaus vorgezogen wurden, müssen deshalb erst abgehärtet werden, bevor man sie auspflanzt.

Besonders wohltuend sind entspannende Meditationen mit den ersten Schneeglöckchen – aber dabei die dicke Jacke nicht vergessen, wir haben im Gegensatz zu der kleinen Winterlilie kein Frostschutzmittel eingelagert!

#schneeglöckchen #frühlingserwachen #stillwinter #imschnee

 



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Übelkeit in der Schwangerschaft- Hilfe aus der Naturheilkunde
Veröffentlicht am Sonntag, 14. Januar 2018

Sie ist ebenso altbekannt wie grundsätzlich harmlos aber dennoch gefürchtet: Emesis gravidarum, die Schwangerschaftsübelkeit. Vor allem Mitte des ersten Schwangerschaftstrimesters kommt es zu starker Übelkeit mit und ohne Erbrechen, das bevorzugt morgens – durchaus aber auch zu jeder anderen Tageszeit – auftreten kann. Rund 80% aller Schwangeren sind davon betroffen.
Unter anderem kann die Schwangerschaftsübelkeit mit heftigem Sodbrennen einhergehen, Linderung verschafft beispielsweise folgendes Teerezept:

• Teemischung bei unstillbarem Sodbrennen
– 1 EL Kamillenblüten, 1EL Ehrenpreiskraut 1 EL Mädesüßblüten und 1 EL Malvenblüten mit 750 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen
– jew. 10 Tropfen Mandragora officinalis D12 und Magnesium muriaticum D12 in den heißen Aufguss eintropfen lassen, auf Trinktemperatur abkühlen lassen und in einer Thermoskanne bereitstellen um ihn tagsüber in kleinen Schlucken zu trinken.

Der vollständige Artikel mit weiteren Hintergründen, Heilpflanzen und unterstützenden Rezepturen ist in der Zeitschrift Naturheilpraxis, Ausgabe Januar 2018 erschienen.
Ich wünsche allen eine schöne Kugelbauchzeit!


 

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