Blog 2018

Schlagwort: Gedanken
Lost Places – vergangene Zeit.
Veröffentlicht am Mittwoch, 3. Juni 2020

Ob sie gut war, die gute alte Zeit?
Rund 500 Jahre lang hüteten die Sennerinnen hier oben Ihr Vieh, trotz schwerer Arbeit und einer rauhen Natur doch in einer gewissen Freiheit – das schöne bayrische Wort „g’wappelt“ bezieht sich auf die willensstarken jungen Frauen, die nach eingehender sittlicher Eignungsprüfung durch einen Pfarrer über das mit Wappen versehenes Almerlaubnis-Dokument verfügten.
Wieviele Jäger, Wilderer und von der Gesellschaft Ausgestoßene hier oben im Lauf der Jahrhunderte wohl vorbeigekommen sind, für welche Kinder auf dem heute in Trümmern zerschlagenen Ofen wohl schon Milch gekocht wurde?

Ich sitze am Rand der Almlichtung und zeichne meine Gedanken nach. Je länger ich verweile, umso mehr tauche ich ein in die Fragmente und Lebensskizzen aus anderen Zeiten, die sich allmählich zu einem dichten Netz verweben.
Mit einem Male ist die vergangene Zeit zum Greifen nah, eine Zeit in der andere Sorgen als heute das Leben bestimmten, eine Zeit in der Technik und Zivilisationsstress keine Rolle spielten – wohl aber die Auseinandersetzung mit der Kraft der Naturgewalten, und ein gesellschaftlicher Zwang der mir schier die Kehle verschnürt. Irgendwie bin ich dankbar, daß die Sennerinnen hier oben zumindest einige Wochen im Jahr in relativer Freizeit leben konnten.

Die verfallene Alm als „Lost Place“, ein verlorener und damit überflüssiger Ort? Nein, im Gegenteil.
Es ist ein ganz wunderbarer und wertvoller Ort um in sich zu gehen, um inmitten einer vollkommen irrwitzigen Zeit voller Diktat und Einschränkung durch die in dieser Abgeschiedenheit so klar zu Tage tretende Verbindung zur Vergangenheit Kraft zu schöpfen. Und das Geschenk einer immensen Lebensfreude zu bekommen.

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Die Immergrünblüte im Wald
Veröffentlicht am Mittwoch, 6. Mai 2020

Auf meinem Weg durch den regenverhangenen Wald leuchtet plötzlich ein Sonnenstrahl durch die Wolken und fällt genau auf eine einzelne Immergrünblüte, die an einem moosbewachsenen Baumstamm emporrankt und wie aus dem Nichts gleich einem Pulsar aufleuchtet. Fasziniert gehe ich in die Knie.
Das Kleine Immergrün mit seinen violettstrahlenden Blüten ist ein typisches Kulturrelikt und seit Römerzeit in ganz Mitteleuropa verbreitet; seitdem folgt es dem Menschen. Wenn auch die Orte, an denen es wächst häufig schattig, dunkel und manchmal sogar fast ein bischen unheimlich sind, zeigen gerade abgelegene Standorte im Wald oft die Lage mittelalterlicher Burgen oder Siedlungen an. Dabei wollten die Menschen das Immergrün vielleicht gar nicht immer in der Nähe ihrer Wohnstätten haben, schließlich gehört sie zu den giftigsten Vertretern der heimischen Flora – seinen Platz gaben die Menschen ihm auf den Friedhöfen. Als „Todtenmyrthe“ wurden die langen Triebe zu Kränzen geflochten und verstörbenen jungen Mädchen als Totenkrone auf den Kopf gelegt, die immergrünen Lanken symbolisierten dabei die Unsterblichkeit der Seele.
 
Während ich die Immergrünblüte versonnen betrachte, scheint es mir als würde sich die Blüte wie eine nach innen laufende Spirale zu drehen beginnen, fast so als wollte sie mir mit dieser uralten magischen Geste eine kleine Aufmunterung und einen ganz kleinen Einblick in die Tiefe ihrer besonderen Kräfte schenken.
Als „stoffliche“ Heilpflanze wird das Kleine Immergrün heute aufgrund seiner Giftigkeit nicht mehr verwendet, eine Meditation über der Pflanze kann aber nach wie vor den Geist beflügeln, die Konzentrationsfähigkeit verbessern und Einsichten schenken über das Wesen der Welt und die Kräfte der Pflanzen. So wie sie von den großen Heilkundigen früherer Tage auch verwendet wurde.
 
O haucht den Namen nicht! Schatten ihn deckt,
Wo seine Gebeine hingestreckt. /
Stumm rinne die Träne und dunkel herab,
Wie Nachttau badet ein ehrlos Grab.
Doch hell um den Schäfer grüne das Gras,
Wo blinkte der Träne schweigendes Naß.
Wo diese heimlichen Tropfen sprühn,
Sprießt der Erinnerung Immergrün.
(Thomas Moore, in „Irische Melodien“ über den Henkerstod eines Rebellen)
 
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Gedanken dieser Tage…
Veröffentlicht am Dienstag, 28. April 2020

Kann es wirklich sein, daß ausschließlich infektionsbiologische Überlegungen das Handeln bestimmen? Auch das Vernachlässigen medizinischer, seelischer und psychischer Kollateralschäden der Coronapandemie und die ausschließlich virologisch bestimmten politischen Reaktionen darauf sind eine beängstigende Triage. Einige interessante Anregungen dazu:

– „Demokratische Politik darf auch in Krisenzeiten nicht ausschließlich einzelnen Beratern folgen.“ Wo bleibt unser Leben in Coronazeiten, in einer Zeit der erzwungenen Klausur und auferlegten Vereinsamung? – äußerst hörenswert dazu das BR-Podcast: https://www.br.de/mediathek/podcast/religion-die-dokumentation/wer-ich-bin-wenn-ich-alleine-bin-botschaften-aus-der-zeit-der-klausur/1796173?fbclid=IwAR0RnrtbgJTED0NuuwxqKdAyRpsU1yZ7sCzY0KvWXZAvFaOuKkAXe8y72Tk

– Bundestagespräsident Schäuble positioniert sich in der Debatte um Einschränkungen der Grundrechte, das Recht auf Leben könne nicht über allem stehen: „Dem Schutz von Leben in der Coronakrise kann nicht alles untergeordnet werden.“ (https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/wolfgang-schaeuble-dem-schutz-von-leben-in-der-coronakrise-kann-nicht-alles-untergeordnet-werden/25775670.html?fbclid=IwAR0xenEhitROnnILwNwyoVXpab-Q_D6M2K00LzvaKxDBkayVSe0rSoXKouU)

… und die hübsche kleine Blüte im Bild? Es ist das Kleine Tausendgüldenkraut (Centaurium pulchellum), eines der großen Heilmittel von Volksmedizin, Klosterheilheilkunde und Phytotherapie – mit der wunderbaren Indikation „Zum Wiedererlernen von Fröhlichkeit und Lebensfreude“.

Ich wünsche Euch allen mit einer heilen Seele, einem Geist voller wiedererwachender Lebensfreude und einem Herzen voller Zuversicht und Lebensglück aus diesem Wahnsinn herauszukommen.

 
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Gelebtes Brauchtum – Palmbuschenbilden
Veröffentlicht am Freitag, 3. April 2020

Habt Ihr schon Eueren Palmbuschen gebunden?
Ein wundervolles kleines Palmbuschritual für Halt und Lebensfreude, vielen Dank an das wunderbare Team vom Freya Verlag, das mich ganz spontan auf die Idee für diesen kleinen Film zu unserem Buch „Kräuterbrauchtum übers Jahr“ gebracht hat <3
Nicht vergessen: Sonntag ist Palmsonntag – und wer zuletzt aufsteht, der ist der Palmesel 😉

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Die kleine Schlüsselblume auf der Waldlichtung
Veröffentlicht am Dienstag, 24. März 2020
Ganz, ganz oft bin ich schon an der Waldlichtung direkt vor meiner Haustüre hier im Fünfseenland vorbeigeradelt – und hab dabei vollkommen eine der bezaubernsten Frühlingsblumen unserer Heimat übersehen: Die Echte Schlüsselblume, Primula veris.

Traditionell gilt die Schlüsselblume als Glückspflanze, einer alten Überlieferung nach sollen einst Druidinnen aus ihr den „Trank der Begeisterung“ gebraut haben. Ein durchaus auch heute noch interessantes Rezept, wenn man die Zubereitung ein bisschen in das Heute transferiert und etwa Schlüsselblumenblüten zusammen mit den ebenfalls gerade blühenden Duftveilchen zusammen mit Zucker zu einem Sirup aufkocht und diesen zusammen mit einem Schlüsselblumen-Blüten-Ansatz in Weißwein zu einer Bowle aufgießt.
Ein wunderbarer Aperitiv für besondere Stunden, stimmungsaufhellend und euphorisierend – wie es auch die volksmedizinische Verwendung der Pflanze verspricht. Dass beide Heilpflanzen, Schlüsselblume wie Veilchen, zudem bewährte Mittel bei Spannungskopfschmerzen, Nervosität und vor allem entzündliche Erkrankungen der Atemwege mit Husten und übermäßiger Erschöpfung sind ist derzeit wohl noch ein besonders günstiger Nebeneffekt.

!! Bitte achtet aber unbedingt darauf, daß alle Schlüsselblumen bei uns unter Naturschutz stehen und nicht gesammelt werden dürfen – was aber überhaupt kein Problem ist, sicherlich bietet auch die Gärtnerei Eueres Vertrauens derzeit einen Lieferdienst an und bringt Euch die schönsten Pflanzen direkt ins Haus 🙂

Passt auf Euch auf und genießt den Tag – es ist der besten 24. März 2020, den es je geben wird.
Eure Astrid
 
P.S. Mehr Kräuterwissen, Kräuterbrauchtum und Tagesaktuelles findet Ihr im Blog oder im Newsletter https://www.vomgletscherzumsteinkreis.de/newsletter/
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Druckfrisch zum Frühlingsbeginn:
Veröffentlicht am Samstag, 21. März 2020

Der Newsletter „Vom Gletscher zum Steinkreis“
Vielleicht ein bisserl anders als sonst – aber aktuell wie immer. Jetzt noch anmelden unter https://www.vomgletscherzumsteinkreis.de/newsletter/

#newsletter #kräuterwissen #coronazeit #heiligecorona #schachbrettblume #besonderezeiten #wirhaltenzamm

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Eine kleine Aufmunterung zum Tag…
Veröffentlicht am Freitag, 20. März 2020

… von meiner lieben Kräuterkurs-Teilnehmerin Sonja :-*

Auch wenn die Zeiten schwierig sind, – die Natur ist noch immer für uns da. Direkt vor der eigenen Haustüre.
Und es wird auch wieder besser <3
Versprochen!

 

#naturdaheim #bleibtsdaheim #fnlkräuterkurs #volksheilkundlicherkräuterkurs #incoronatimes

 

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Ein grünes Zuhause für die seelische Gesundheit. Jetzt.
Veröffentlicht am Donnerstag, 12. März 2020

Nein, Panik und Hysterie sind keine guten Ratgeber – Mitdenken und Vorausdenken aber sehr wohl.
Angesichts dessen was in den nächsten Wochen vermutlich auch auf uns in Bayern zukommt, sollte man auf keinen Fall vergessen sich um die Belange der seelischen Gesundheit zu kümmern. Eine Möglichkeit wäre etwa, das eigene Zuhause mit seelenstreichelndem Grün aufzurüsten.

Bereits der Anblick der Farbe Grün entstresst, beruhigt und entspannt, er wirkt durch den Naturbezug beruhigend und harmonisierend – und darüber hinaus bewirken zartgrüne und lindgrüne Farbtöne eine schnellere Heilung bei Krankheiten. Generell konnte in Studien eine positive Wirkung des Gärtnerns auf die Gesundheit festgestellt werden.
Mein Tipp: Warum nicht die Gelegenheit beim Schopf packen und noch heute ein kleines Blumenkräuterbeet für Balkonkasten, Terrassenkübel oder einen großen Sims auf der Fensterbank planen und sich die nächsten Wochen am wohltuenden Gärtlein erfreuen? Als Beetschmuck einen kleinen Froschkönig hineinzustellen wäre dann natürlich noch die Krönung…



 

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Die Sonnen im Waldesdunkel am Untersberg
Veröffentlicht am Donnerstag, 27. Februar 2020

Kurz vor Sonnenuntergang am mystischen Untersberg: Hunderte kleiner Wintersonnen leuchten aus dem Waldesdunkel 🌳🌲🌛🌕🌜🌲🌳
Und jedes der kleinen Blütenköpfchen verströmt einen wunderbaren Duft von Gletscherbrise mit einem Hauch Rose
Die Christrose ist das Sonnenversprechen der letzten Wintertage – und eine unserer größten und wundervollsten heimischen Heilpflanzen. Und sie ist tödlich giftig.

 

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Mit Sonnenenergie ins Neue Jahr!
Veröffentlicht am Dienstag, 7. Januar 2020

Der erste Sonnenaufgang eines neuen Jahres ist immer etwas ganz besonderes, denn es ist nicht nur der Anfang eines neuen Kalenders, sondern auch genau die Zeit des Jahres in der die Nächte noch besonders lange und besonders dunkel sind.
Unter freiem Himmel kann man dabei als bloßer Betrachter auf faszinierende Art erspüren, wie sich seine eigene Lebenskraft mit jedem Strahl, den die erwachende Sonne über den Horizont schickt, wie von ganz alleine verstärkt.
Besonders geeignet für diese Übung sind Orte, die der Umgebung etwas „enthoben“, dabei aber geschützt sind wie etwa eine nach Osten gerichtete Waldlichtung, die Ostseite eines alten Baumes, aber natürlich auch frei gelegene Hügelkuppen. So begrüßt die Morgensonne gleichermaßen den Sonnenberg oberhalb des Drei-Bethen-Kultorts am oberbayrischen Leutstetten, die alte Eiche im Münchner Englischen Garten, wie auch den Sonnenbühl bei St. Lorenzen.
Genau an solchen Plätzen befanden sich dereinst Sonnenkultorte unserer Vorfahren, der Kelten, Räter und Vindeliker, die noch heute Namen wie „Sonnenbichl“, „Sonnenburg“ oder eben „Sonnenbühl“ tragen. Und natürlich wurden an den meisten dieser Orte von Archäologen Brandopferplätze entdeckt, die auf einstige Vegetations- und Fruchtbarkeitsriten schließen lassen.

Wer nun den ersten Sonnenaufgang 2020 verschlafen hat, braucht keinesfalls geknickt zu sein: Bis Lichtmess noch sind die Nächte lang, und noch immer verschenkt ein jeder Sonnenaufgang jetzt seine besonderen Kräfte nach einer langen Dunkelheit. Wie wäre es denn, an einem der nächsten Tage morgens kurz vor 8 Uhr die Sonne so zu begrüßen und mit dieser Sonnenenergie ins neue Jahr zu gehen? Wie gut, daß es heute regnet, dann ist ja auch etwas Zeit, um einen Blick in die Landkarte zu werfen und einen passenden Ort ganz in der Nähe für sich selbst auszukundschaften 😉

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Vor dem Schnee
Veröffentlicht am Freitag, 13. Dezember 2019

Vor dem Schnee ❄
Nach dem letzten Foto auf der letzten Recherchetour zu #111Almen gerate ich unversehens in eine ganz zauberhafte Märchenstimmung. Kurz vor Sonnenuntergang wehen mit einem Mal wilde Flocken um mich herum – oder ist es doch ein Tanz der Wilden Fräulein hoch über dem Spitzing?

#meinbayern #bayerischealm #111Almen #111orte #wanderführer #buchneuerscheinung #bayerischealpen #wanderninbayern #vomgletscherzumsteinkreis #bergtour #winterfeeling #ersterschnee #alm #berggfui #schneeflockentanz #Spitzing

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Die Vorweihnachtszeit im Freya-Adventskalender
Veröffentlicht am Samstag, 7. Dezember 2019

Als Teil des Freya-Adventskalenders komme ich mir ja schon fast ein bisserl wie ein Adventsengerl vor 😉 
Wie 23 weitere meiner Autorekollegen darf auch ich davon erzählen, wie ich die Vorweihnachtszeit (… hoffentlich!) entschleunige und mit welche Rituale ich in der Adventzeit besonders gerne schätze.

Adventstipp im Freya-Adventskalender von Astrid Süßmuth zum 7. Dezember

In einer Familie mit drei Kindern – auch wenn sie teilweise schon groß sind – ist Weihnachten immer ein Riesentrubel, das fängt mit dem Beginn der Backzeit und den ersten Lebkuchen am 8. Dezember an und endet mit dem großen Frühstück am morgen des 1. Weihnachtsfeiertags wenn traditionell die Raclette-Reste des vergangenen Abends aufgegessen werden. Weihnachten samt oft turbulenter Vorweihnachtszeit ist bei uns eine bunte, fröhliche Zeit die ich eigentlich gar nicht missen möchte.

Wenn das fröhliche Familien-Weihnachtsfest vorüber ist freue mich aber immer auf die Stille der Rauhnächte, die ich zwar schon mit dem Sonnenuntergang zur Wintersonnwende begrüßt habe, jetzt aber erst so richtig begehen kann.
Es ist die Jahreszeit für mich, in der ich Telefon und Email konsequent abstelle und zur Ruhe komme. Abends räuchere ich das Haus mit reinem Fichtenharz aus, das ich während der Zeit der Rauhnächte im letzten Winters auf Skitouren in den bayerischen Bergwäldern gesammelt habe.
Die Zeit der Nebel ist vorüber, alle Blätter sind zu Boden gefallen, nun bricht mit der Zeugung des neuen Lichts eine Zeit der Klarheit, der kühlen und reinigenden Luft an. Die Natur wirkt jetzt wie in einem Moment des Stillstands gefangen, ihr altes Kleid ist abgelegt, Seen frieren zu und dicke Flocken bedecken die Welt. Ruhe und Stille legen sich über das Land. Die Sonne steht tiefer als zu jeder anderen Jahreszeit und legt einen fein schimmernden, goldenen Glanz über unsere Welt, bis sie wieder der großen Dunkelheit weicht. Es ist eine mystische Zeit voller Wunder, eine Zeit der Rückbesinnung und auch der Zukunftsschau.
Für unsere Vorfahren waren es heilige Nächte.

Fichtenharz als Räucherstoff duftet aromatisch waldig und eignet sich besonders gut zur desinfizierenden Raumreinigung. Auf spiritueller Ebene klärt und durchlichtet eine Fichtenharzräucherung den Geist. So wie der Baum einst als Schutzbaum vor andersweltlichen Dämonen verehrt wurde, ist sein Harz ein Schutzmittel vor negativen Einflüssen und unterstützt dabei, sich nach außen abzugrenzen. Fichtenharzrauch kann in meditativen Momenten in die Mitte der alten, dichten und dunklen Wälder versetzen, in denen das Wilde, Ungestüme und die Kräfte der Elemente noch nicht der Zivilisation gewichen sind …

Mehr Adventsgepränge gibt es beim Freya-Verlag in Facebook unter https://www.facebook.com/FreyaVerlag/photos/a.357199089537/10157059725924538/?type=3&theater – viel Spaß beim Türchenöffnen!

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Herbst im Zauberwald
Veröffentlicht am Sonntag, 29. September 2019

Nebel steigt aus den dunklen Tälern auf, wir steigen hinauf auf den schmalen Pfaden, immer weiter bis sich ein Sonnenstrahl Bahn bricht durch das allesverschleiernde Grau.
Warum nur zielt er genau hinein in den Stamm des hohlen Bergahorns, aus dem frischer Sauerklee in hellem Grün herausleuchtet? Es scheint so, als habe sich die Schar der keinen zarten Sauerkleeblättchen, die doch bei jedem Fingertipps und jedem noch so feinen Regentropfen adhoc zusammenklappen, ganz wissentlich in die Umarmung des alten Baumes begeben.
Welch wunderbare Zusammenstellung, wenn die kleine Heilpflanze Sauerklee – die so wunderbar hilfreich ist bei allen Verdauungsbeschwerden von Kindern nach Erschrecken, Schock und erlebter Gewalt – auf den beschützenden Hausbaum trifft, dem nicht nur im Alpenraum magische Kräfte zugesprochen werden.

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Im Zauberwald.
Veröffentlicht am Freitag, 26. April 2019

Schritt für Schritt und Traps für Traps… vorsichtig gehen wir immer weiter hinein in den schottischen Zauberwald mit seinen uralten Eichen und Buchen, zwischen denen feingliedrige Birkenstämmchen waldfeenartig herumzutanzen scheinen – Zauberwald eben.
Gleich einer Spiegelung des Himmelsgewölbes breitet sich unter uns ein ebenso unendlich wirkender Teppich aus blauschimmernden #Hasenglöckchen aus. Welch wunderbare Assoziationen drängen sich mir bei diesem unvergleichlichen Anblick auf: Ist dies das Blau aus dem der Marienmantel gemacht ist? Oder ist es vielmehr ein Umhang einer lange vergessenen Frühlingsgöttin?

Immer tiefer zieht es uns hinein in den Wald, wie könnten wir angesichts solch eines betörende Blütenwunders zu unseren Füßen auch nur im Ansatz daran zweifeln, daß Hasenglöckchenteppiche als gewobener Feenzauber gelten und es zum größten Unmut der Naturwesen führt wenn man auf die Blumen tritt oder sie ausreisst. Wir zweifeln auch keine Sekunde daran, daß die Hasenglöckchen alte #Zauberpflanzen sind, für #Liebeszauber etwa, oder zum Schutz und für die Gesundung kranker Kinder.

Tatsächlich wird das Hasenglöckchen (Hyacinthoides non-scripta, Asparagaceae) noch heute therapeutisch mit gutem Erfolg bei Kindern mit einer besonderen Anfälligkeit für #Erkältungskrankheiten, vergrößerten Mandeln, einer plötzlichen Verringerung des Hörvermögen ohne organische Ursachen und bei Paukenhöhlenergüssen eingesetzt. Homöopathisch aber, da die #Heilpflanze leicht giftig ist.

Bei uns im Alpenraum wächst das Hasenglöckchen leider nicht; wer seinem Zauber verfallen möchte muss zur Blütezeit rund um Beltaine (das alte Fest des wiedererwachenden Lebens nach der Dunkelheit des Winters, das je nach Vollmond zwischen Ende April und Mitte Mai gefeiert wird) nach Irland, Schottland oder England reisen um dort das Naturwunder erfahren zu können.

When harebells chime,
For fairy feasts and fairy balls.
They tinkle while the fairies play,
With dance and song,
The whole night long,
Till daybreak wakens, cold and grey,
And elfin music fades away.

               Cicely Barker, Flower Fairies of Summer

 

 

 

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Mondfinsternis am 21. Januar 2019
Veröffentlicht am Sonntag, 20. Januar 2019

Ob Wetter und Schneewolken wohl mitspielen? Dann kann man am frühen Morgen des 21. Januars 2019 ein ganz besonderes Schauspiel am Himmel beobachten: ab 4:45 Uhr beginnt sich der Mond immer weiter zu verdunkeln, bis gegen 5:40 Uhr die totale Mondfinsternis eintrritt und sich der Mond blutrot färbt. Eine Stunde lang wird er so über dem westlichen Horizont stehen, bis er gegen 6:45 Uhr wieder aus dem Erdschatten heraustritt und langsam wieder zum ’normalen‘ Vollmondweiß verblasst.

Es ist wahrlich beeindruckend! Die Sonne ist nicht sichtbar – aber sie zeigt sich im Dunklen. Ein guter Moment, sich selbst zu fragen welche Bereiche des eigenen Lebens gerade oder vielleicht schon länger von den wärmenden Strahlen der Sonne abgewandt sind und wieder zum Leuchten gebracht werden sollten.
Ein ganz hervorragender Moment sogar, denn dieser Vollmond ist zugleich der Wintervollmond – der Tag an dem einst das alte Jahreskreisfest Imbolc und vor gar nicht so langer Zeit noch Mariä Lichtmess als Beginn des neuen Vegetationszyklus und eines neuen Bauernjahres gefeiert wurden.

Das Bild ist übrigens beim ‚Blutmond‘ am 27. Juli 2018 von unserem Garten aus aufgenommen.

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„Eis und Schnee im Januar…“
Veröffentlicht am Freitag, 18. Januar 2019

„Eis und Schnee im Januar künden ein gesegnet‘ Jahr“, lautet eine wohlbekannte Bauernregel nach der ein kalter und schneereicher Januar eine gute Ernte verspricht.
Tatsächlich lässt sich diese alte Wissensüberlieferung auch statistisch belegen, denn auf kaltes Hochdruckwetter im Januar mit viel Schnee folgt in drei von fünf Jahren ein überdurchschnittlich warmer Juli. Gleiches besagt auch der etwas abgewandelte Spruch  „Ist der Januar hell und weiß, wird der Sommer sicher heiß“. Kühle, feuchte Wetterlagen bei Tiefdruck im Januar mit viel Nebel führen dagegen statistisch gesehen zu viel Niederschlag in den darauffolgenden Frühjahrsmonaten.
Folgt also auf den Jahrhundertschnee wieder ein Jahrhundertsommer oder wird es eher ein feuchtnasses Jahr werden? Nachdem es ja eher trüb als klar war während der üppigen Schneefälle würde ich bedauerlicherweise auf ein eher nasses Jahr tippen.
Auch der oft gar nicht so verkehrte Hundertjährige Kalender kommt zu dieser Ansicht. Hier ist von einem warmen und eher trockenen Frühjahr zu lesen, der Sommer soll aber ziemlich verregnet sein. Übrigens: Sowohl den extrem heißen und dürren Sommer 2018 hat der Hundertjährige Kalender beschrieben („…, dann folgt ein heißer und dürrer Sommer … Wenn im Venusjahr der Sommer dürr ist, so wird das Getreide meistens dünne.„), wie auch die extremen Schneefälle der letzten Woche („Es kann so stark und heftigen regnen, dass Menschen, Tiere und auch Häuser Schaden nehmen. „).

Die Natur wird wie immer ihren Lauf nehmen… und ich freue mich jetzt schon wieder auf den nächsten Sommer, hoffe auf gute Vegetationszeiten und schöne Bergtage 🙂
Und was meint Ihr?

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Im Schnee
Veröffentlicht am Donnerstag, 10. Januar 2019

Verschwunden ist die blühende
Und grüne Weltgestalt;
Es eilt der Fuß, der fliehende,
Im Schneefeld nass und kalt.

Wohl dem, der nun zufrieden ist
Und innerlich sich kennt!
Dem warm ein Herz beschieden ist,
Das heimlich loht und brennt!
         (aus Gottfried Keller, „Im Schnee“)



Eigentlich wäre es ja schön jetzt einfach hinauszugehen, über verschneite Wiesen zu blicken und daran zu denken wie jetzt gerade im Lauf der Natur Blumen und Samen weit unten im Boden schlummern und vom nächsten Sommer träumen. Müsste man sich nicht darum kümmern den Gehsteig zu schippen, das S-Bahnchaos zu überblicken oder sich schlimmstenfalls um die Stabilität von Dächern und die Durchgängigkeit von Zufahrtsstraßen sorgen.
Ein sehr verlockender Gedanke wenn man auf das allesbedeckende Schneeweiß schaut, das so mir nichts Dir nichts das ganze schön durchgeplante Dasein durcheinanderwirbelt…

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Orchideenzauberwelten
Veröffentlicht am Montag, 11. Juni 2018

Wer dieser Tage mit offenen Augen die Bergwelt durchstreift, wird sich hier und da verwundert die Augen reiben: Auf dem dichten Gras grinst einen unvermittelt ein rosa Kasperl an, neben dem sich ein grünes Männchen im Sonnenschein räkelt. Pure Einbildung? Nein – es ist das Zauberreich der Orchideen, das sich jedem offenbart, der der Natur seine ungeteilte Aufmerksamkeit und einen genauen Blick schenkt.

Ob es einem wohl jemals wieder möglich ist, die Natur anders als einen von unzähligen Wesen beseelten ort zu sehen, wenn man auch nur einmal in der Kugelorchis einen rosa Kasperl, im Großen Zweiblatt das Grüne Männchen (vermutlich weniger vom Mars als von den Lechtalern), in der Ragwurz die Fliegenkönigin und im Knabenkraut das Hausgespenst mit Zipfelmütze gesehen hat? Ich glaube nicht.

Wo man am besten wandern sollte um solchen Zauberwesen zu begegnen? Hervorragende Chancen aus Orchideenkasperl und Grüneszweiblattmännchen hat man derzeit in den Lechtaler Alpen zwischen Außerfern und Imst 🙂
Und wie man sich am besten auf diese Begegnungen der botanischen Art vorbereitet? Zum Beispiel mit einem Führer zu den Orchideenparadiesen Europas  – oder dem wunderbaren Buch der Orchideen Bayerns des Arbeitskreises heimische Orchideen Bayern e.V.


 

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Das Weiße Waldvögelein – Heilkraft der Schönheit.
Veröffentlicht am Dienstag, 29. Mai 2018

 

Das Weiße Waldvöglein (Cephalanthera damasonium) blüht zwischen Mai und Juli in den heimischen Bergwäldern. Oft sind es ganz verträumte Orte, an denen diese herrliche kleine Orchidee wächst.
Wer sich die Zeit nimmt, direkt bei ihr eine Pause einzulegen, sich dem Träumen hingibt und einfach nur die Schönheit von Orchidee und Umgebung auf sich wirken lässt…, der kann erfahren, wie sehr Schönheit und Ruhe dazu beitragen, sich „heil“ zu fühlen.

Tatsächlich scheint sich die Aura dieser einzigartig filigranen und doch so erhaben aufgerichteten Pflanze weit um sie herum auszudehnen und auch jeden einzuhüllen, der bei ihr verweilt. Vielleicht heißt es deshalb, daß der Spaziergang zu einem Ort an denen gleich mehrere dieser kleinen Orchideen wachsen um dort ruhig innezuhalten als Reinigung von Geist und Seele, wenn man Kontakt mit Wesen und Menschen hatte, die keine gute Energie ausstrahlen.
Eine ökologische Besonderheit des Weißen Waldvögeleins ist sein Habitat in (montanen) Fichtenmonokulturen, binnen weniger Jahre kann es sich dort flächig ausbreiten. Welche herausragende Signatur, für die heilsame Regenerationskraft der Pflanze!
Ich finde es häufig sogar ganz körperlich greifbar, daß sich die strahlende Ausstrahlung der leuchtendweißen Blüten auch in mir wiederspiegelt – manche sagen sogar, eine Meditation beim Waldvögelein würde das innere Licht eines Menschen entfachen. Probieren Sie es doch einfach aus und gehen Sie hinauf in die Bergwälder, wo diese wunderbare heimische Orchidee jetzt zischen Mai und Juni (wieder!) an vielen Orten ihre weißen Blütenflämmchen gen Himmel reckt.
In diesem Sinne wünsche ich allen eine herrliche zweite Pfingstferienwoche, vielleicht sogar in den Bergen mit der einen oder anderen Begegnung mit den Schönheiten der Natur!


 

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Der Abend senkt sich über den mystischen Untersberg…
Veröffentlicht am Sonntag, 27. Mai 2018

Nach einem Tag voller Sonnenschein, Blütenerlebnisse und Tiefenzauber wende ich mich auf der Hochebene des Untersbergs nach Westen, wo ich die Sonne verabschieden darf, die sich hier in einem ganz besonderen Leuchten zeigt. Ein letzter Sonnenstrahl zieht sich über das Schneefeld, das einen weiteren Zugang zu den Tiefen und Geheimnissen dieses ganz besonderne Ortes birgt. Der hartgefrorene Firn glitzert im letzten Licht des Abends, als wolle er uns sein Glitzern mit in die Nacht schicken, gleichzeitig reflektiert er den Sonnenstrahl so stark, daß wir uns umwenden – und dabei im Osten den emporsteigenden Mond vor uns sehen.
Ein Bild, das sich genauso tief in unsere Herzen brennt, wie zuvor das Leuchten der Abendsonne, welch ein Widerspruch dieses Wortspiel auch in sich bergen mag.
Still steigt der Mond auf seiner Himmelsbahn empor, fast ist er schon voll und wir ahnen es: Er wird uns in der Nacht, die wir oben auf dem Dach des mystischen Untersbergs verbringen, ganz besondere Träume schicken.
Bevor die Dunkelheit der Nacht über uns hereinbricht kommt mir noch ein ganz besonderer Mensch in den Sinn, dem ich an dieser Stelle einen Herzensgruß schicken möchte: White Eagle, @Rainer Limpöck, ich danke Dir für alles Wissen, das Du so großzügig verschenkst – ich wünsche Dir noch viele, viele wunderbar mystische Traumnächte oben auf dem sagenhaften Untersberg <3

 

 

 


 

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Orte der Kraft in Bayern: Das „Deifedradi“, die Quelle mit dem teuflischen Quellgeist
Veröffentlicht am Sonntag, 20. Mai 2018

Der Film zur Quelle.
Quellen gehören zu den schönsten, kraftvollsten und oft auch geheimnisumwitterten Naturorten; bereits der Aufenthalt an Quellen wirkt oft belebend und erfrischend. Für den Geist, weil das Quellwasser durch sein unablässiges Murmeln und Plätschern eine Atmosphäre meditativer Konzentration hervorruft, für den Körper, weil die Luft über dem bewegten Wasser mit negativ geladenen Ionen angereichert und damit vitalisierend wirkt und sowohl die psychische als auch die physische Leistungsfähigkeit verbessert. Vor allem aber sind Quellen wahre Seelenorte, stärken die Intuition und begünstigen spirituelle Erfahrungen. Wer mit offenen Sinnen an einer Quelle verweilt kann nachvollziehen, weshalb in alten Mythen Göttinnen und Naturgeister oft bei Quellen erscheinen. Eine Sonderform von Quellen sind Waldquellen, die meist gar nicht unbedingt so fröhlich vor sich hinplätschern wie eine kleine Felsenquelle auf der Alm sondern viel mehr die Aura einer in sich ruhenden Kraft verbreiten und damit ein Spiegelbild der sie umgebenden Waldesruhe sind.

Solch eine Quelle ist das „Deifedradi“ am Südufer des Seehamer Sees im Einzugsgebiet des oberbayerischen Mangfalltals. Es ist ein künstlicher kleiner See, aufgestaut in den 1920er Jahren zur Energiegewinnung als Rückhaltebecken an der Stelle mehrerer kleiner, „Osterseen“ genannter Toteislöcher aus dem Rückzugsgebiet des eiszeitlichen Inngletschers. Die höchsten Erhebungen des gefluteten Bereichs ragen heute als Inseln auf dem See heraus, auf der größten dieser Inseln befand sich eine mittelalterliche Burganlage.  Gespeist wird der See vor allem mit Kraftwerkswasser aus der Leitzach, jedoch verfügt er im Süden auch über einige kleinere Quell-Zuflüsse, von denen das Deifedradi die größte ist.
Nur manchmal wird das Zwitschern der Waldvögel über dem kristallgrünen Wasser des verbliebenen Toteislochs von einem feinen Plätschern des kleinen Bachs unterbrochen, der nach rund 70 Metern in den Seehamer See mündet. Die Quelle selbst ist still, kein Geräusch dringt herauf wenn an einer von mehreren Stellen im Wassergrund das frische Nass aufsteigt.
Dafür aber sieht man es. An drei Stellen wirbelt immer wieder feiner weißer Sand auf der kleine Wolken bildet, sich in konzentrischen Wellen ausbreitet und schließlich wieder zum Grund hinabsinkt. Ein faszinierenden Schauspiel unter den tanzenden Schatten der hohen Baumkronen, die sich auf der Wasseroberfläche spiegeln, das vor dem inneren Auge des Betrachters Bilder einstiger Zeiten lebendig werden lässt, in denen Seherinnen die Zukunft aus Wasserwirbeln in Quellen herauszulesen vermochten.

Ein Wilderer der keine Ruhe findet soll unter dem See hausen heißt es einer Auslegung nach – nach einer anderen ist es gar der Teufel selbst der sich hier zeigt und das Wasser so anschubst, daß sich hier und da, immer wieder anders, sommers wie winters die Sandkreisel drehen. Sicher ist, daß der Sand aus einer Zwischenschicht zwischen härteren Gesteinsplatten stammt und von der Quelle heraufgeschwemmt wird – nicht bekannt ist leider, ob es sich beim Deifedradi um einen vorchristlichen Kultort handelt, wie es die teuflische Ortsbezeichnung nahelegt.

Die beste Zeit um diesen besonderen Ort zu erleben und zu erspüren ist kurz vor und nach dem Sonnenuntergang, dabei aber unbedingt an eine Stirnlampe für den Rückweg auf dem Seerundweg zu einem der vielen Parkplätze rund um dem Seehamer See (Anfahrt über A8, Ausfahrt Weyarn) denken.

Auch wenn eine filmische Aufzeichnung das Erleben nicht ersetzen kann, schürt es doch wohl das Verlangen sich selbst auf den Weg zur kleinen Waldquelle und seinen Geheimnissen aufzumachen.

 

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Gruseltour durch München …
Veröffentlicht am Mittwoch, 14. März 2018

 

München leuchtet! Und ist berühmt für sein charmantes Lebensgefühl. Doch wenn es Nacht wird, werden mit einem Mal die dunklen Geheimnisse der Stadtgeschichte wieder lebendig, und Geister, Hexen und Spukfräulein erwachen zu neuem Leben!

Wer von Euch kennt denn solche Orte in München?

111 Spukorte in und um München, die man gesehen haben muss von Astrid Süßmuth (Emons Verlag, 2018)
Broschur, 240 Seiten
ISBN-10: 3740803363 | ISBN-13: 978-3740803360
€ 16,95 (D) , 17,50 (AT)

 



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