Kräuterkurs-Entdeckungen: Das Russel-Brandkraut

Referentin der FNL-Kräuterakademie zu sein ist toll 🙂 Nicht nur daß es unglaublich viel Freude macht, mit meinen Ausbildungsgruppen durch Wiesen, Wald und Kräutergärten zu streifen – auch ich lerne Jahr für Jahr mir bislang völlig unbekannte Pflanzen und ihre Verwendungsmöglichkeit kennen. Fundstück-Highlight dieses Monats ist sicherlich das Russel-Brandkraut (Phlomis russeliana), eines stattlichen Lippenblütlers.

Natürlich war mir die imposante Pflanze in den vergangenen Jahren immer wieder ausgefallen, ziemlich genau seit 5 Jahren findet man sie immer mehr und mehr in mitteleuropäischen Gärten und Staudenrabatten.
Nachdem auch unser Kräuterkurs-Wochenende nun unübersehbar dominant von diesen Kräuter-Neuzugang in unseren bayerischen Gärten flankiert war, war es unbedingt an der Zeit, daß ich mich eingehender mit diesem Pflanzenwesen beschäftigen muss.

Das nach dem schottischen Arzt u Naturforscher Alexander Russell (1715-1768, Autor „Natural History of Aleppo“) benannte Russel-Brandkraut stammt aus dem türkisch-syrischen Grenzgebiet, wo sie in Höhen von 300 bis 1700 Metern auf Kahlschlägen und Waldrändern wächst und dort bis heute eine der bedeutenden volksmedizinisch verwendeten Heilpflanzen zur Wundbehandlung, vor allem aber auch bei Darmentzündungen ist. Wie so oft bestätigen Forschungsergebnisse der letzten Jahren die traditionelle Verwendung, u.a. konnte eine erhebliche Wirksamkeit des ätherischen Pflanzenöls gegenüber Salmonellen und Yesernien nachgewiesen werden, ebenso wie eine entzündungshemmende und wundheilende Wirkung der oberirdischen Pflanzenteile.

Wie andere Vertreter der Brandkräuter wurde auch das Russel-Brandkraut in der Antike als Kerzendocht verwendet – der erste Eindruck, das Russel-Brandkraut könnte ein anatolisch-syrisches Pendent zu unserer Königskerze als Lichtbringer sein, scheint damit gar nicht mehr arg abwegig. Vor allem bei der abschließenden Entdeckung, daß das auch als „Hardy Jerusalem Sage“ bezeichnete Kraut als Räucherung gegen Geister, Dämonen und Dschinns eingesetzt wird.
Ist es damit die Königskerze aus Tausendundeiner Nacht??!


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*


Themen in unserem Blog: