„Frauenschuhe!“, der Bericht

So einen wunderbaren Berich habe ich tatsächlich noch nie von einer unserer Kräuter-Exkursion beim Volksheilkundlichen Kräuterkurs bekommen – Vielen Dank liebe Sonja, auch dafür daß ich Deine Worte hier veröffentlichen darf :-*

     

„Frauenschuhe“

Nach ergiebigem Regen im Mai war es wieder soweit – unsere Wildpflanzen-Exkursion mit Astrid Süßmuth in den Isarauen der Pupplinger Au.

Astrid hatte schon angedeutet, dass wir uns in sumpfigem Gebiet aufhalten und auch kleinere Bachläufe überqueren würden. Manche von uns waren mit Gummistiefeln ausgerüstet, andere vertrauten auf ihre erprobten Wanderschuhe.
Die Zeit bis zum Mittagessen verging wie im Flug, das Wetter meinte es bis dahin gut mit uns und wir tauchten in die Pflanzenvielfalt entlang der schönen Isar ein.

Dann ging es hinein – in den Auwald! Es war der Eintritt in eine ganz eigene Atmosphäre und sogleich änderte sich auch das Wetter. Es begann zu regnen! Der Waldboden war von den vorangegangenen Regenfällen vollgesogen wie ein nasser Schwamm, dennoch versuchten wir trockenen Fußes zu unserem nächsten Ziel zu gelangen – dem Frauenschuh!

Immer tiefer ging es hinein in die Isarwildnis. Wir hüpften von Grasbüschel zu Grasbüschel, um dem Wasser um uns herum auszuweichen und zogen, wie eine Karawane, hinter unserer Astrid durch den Wald. Kalt war’s – als das erste Wasser durch die Nähte meines Wanderschuhs kam. Später war das Wasser entlang unseres Pfades jedoch so hoch, dass es mir am Schuhschafft von oben in den Schuh lief. Sorgenvoll blickte ich nach unten zu meinen Schuhen. Spätestens hier war klar, dass die Teilnehmer mit Gummistiefeln die bessere Schuhwahl getroffen hatten. Bei meinem Blick nach unten sah ich, wie ein relativ großer, bronzefarbener Frosch hektisch an meinem Schuh vorbeischwamm. Ich konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen – Wahnsinn – was erlebe ich hier gerade?

Astrid Lindgren sagte einmal, als sie zum 80. Geburtstag ihrer Freundin mit dieser um die Wette auf einen Baum kletterte:
„Es gibt schließlich kein Verbot für alte Weiber, auf Bäume zu klettern“. Auf Bäume sind wir nicht geklettert, die haben wir botanisiert – aber wir sind durch Pfützen gesprungen, wie früher in der Kindheit! Astrid trug an diesem Tag diese frechen Zöpfe, die mich an meine Lieblingsfigur von Astrid Lindgren erinnerte und lachend stand sie im Bachlauf, der sich durch die Regenfälle auf dem Waldgrund gebildet hatte.

Das Ziel unseres Weges hatte ich unter den vielen nassen Eindrücken fast vergessen. Dann stand er plötzlich da – der Frauenschuh – mitten in der tiefen Isarwildnis! Die Gruppe wurde ruhig. Stattlich, elegant und erhaben stand die Orchideengruppe da, als wäre sie, die Schöne, Herrscherin von diesem Fleckchen Wald.

Lieber Frauenschuh,
Du – warst es allemal wert, dass wir für dich den beschwerlichen Weg auf uns genommen haben, damit wir dich in deiner strahlenden Pracht an deinem Naturplatz bewundern konnten! Auch wenn unsere Frauenschuhe neben deiner Eleganz am Ende des Tages etwas mitgenommen aussahen! Gell, Astrid ☺.


Ein Kommentar zu “„Frauenschuhe!“, der Bericht
  1. Tira sagt:

    Oh da will ich hin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*


Themen in unserem Blog: