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Lost Places – vergangene Zeit.
Veröffentlicht am Mittwoch, 3. Juni 2020

Ob sie gut war, die gute alte Zeit?
Rund 500 Jahre lang hüteten die Sennerinnen hier oben Ihr Vieh, trotz schwerer Arbeit und einer rauhen Natur doch in einer gewissen Freiheit – das schöne bayrische Wort „g’wappelt“ bezieht sich auf die willensstarken jungen Frauen, die nach eingehender sittlicher Eignungsprüfung durch einen Pfarrer über das mit Wappen versehenes Almerlaubnis-Dokument verfügten.
Wieviele Jäger, Wilderer und von der Gesellschaft Ausgestoßene hier oben im Lauf der Jahrhunderte wohl vorbeigekommen sind, für welche Kinder auf dem heute in Trümmern zerschlagenen Ofen wohl schon Milch gekocht wurde?

Ich sitze am Rand der Almlichtung und zeichne meine Gedanken nach. Je länger ich verweile, umso mehr tauche ich ein in die Fragmente und Lebensskizzen aus anderen Zeiten, die sich allmählich zu einem dichten Netz verweben.
Mit einem Male ist die vergangene Zeit zum Greifen nah, eine Zeit in der andere Sorgen als heute das Leben bestimmten, eine Zeit in der Technik und Zivilisationsstress keine Rolle spielten – wohl aber die Auseinandersetzung mit der Kraft der Naturgewalten, und ein gesellschaftlicher Zwang der mir schier die Kehle verschnürt. Irgendwie bin ich dankbar, daß die Sennerinnen hier oben zumindest einige Wochen im Jahr in relativer Freizeit leben konnten.

Die verfallene Alm als „Lost Place“, ein verlorener und damit überflüssiger Ort? Nein, im Gegenteil.
Es ist ein ganz wunderbarer und wertvoller Ort um in sich zu gehen, um inmitten einer vollkommen irrwitzigen Zeit voller Diktat und Einschränkung durch die in dieser Abgeschiedenheit so klar zu Tage tretende Verbindung zur Vergangenheit Kraft zu schöpfen. Und das Geschenk einer immensen Lebensfreude zu bekommen.

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Die Alpenblume des Monats Mai 2020
Veröffentlicht am Montag, 11. Mai 2020

auf tourentipp.de ist das kleine Kreuzblümchen – das nicht nur ganz oben in den Bergen, sondern als weitgereister „Schwemmling“ auch bei uns im Voralpenland blüht.
Trotz seines Namens hat das Kreuzblümchen weder kreuzförmige Blüten noch kreuzgegenständige Laubblätter. Sein Name bezieht sich auf seine Blütezeit, die zuverlässig Jahr für Jahr in der Kreuzwoche vor Christi Himmelfahrt einsetzt.
Mehr Infos über das Kreuzblümchen findet Ihr in der Rubrik „Alpenpflanze des Monats“ auf tourentipp.de 🙂

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Die Immergrünblüte im Wald
Veröffentlicht am Mittwoch, 6. Mai 2020

Auf meinem Weg durch den regenverhangenen Wald leuchtet plötzlich ein Sonnenstrahl durch die Wolken und fällt genau auf eine einzelne Immergrünblüte, die an einem moosbewachsenen Baumstamm emporrankt und wie aus dem Nichts gleich einem Pulsar aufleuchtet. Fasziniert gehe ich in die Knie.
Das Kleine Immergrün mit seinen violettstrahlenden Blüten ist ein typisches Kulturrelikt und seit Römerzeit in ganz Mitteleuropa verbreitet; seitdem folgt es dem Menschen. Wenn auch die Orte, an denen es wächst häufig schattig, dunkel und manchmal sogar fast ein bischen unheimlich sind, zeigen gerade abgelegene Standorte im Wald oft die Lage mittelalterlicher Burgen oder Siedlungen an. Dabei wollten die Menschen das Immergrün vielleicht gar nicht immer in der Nähe ihrer Wohnstätten haben, schließlich gehört sie zu den giftigsten Vertretern der heimischen Flora – seinen Platz gaben die Menschen ihm auf den Friedhöfen. Als „Todtenmyrthe“ wurden die langen Triebe zu Kränzen geflochten und verstörbenen jungen Mädchen als Totenkrone auf den Kopf gelegt, die immergrünen Lanken symbolisierten dabei die Unsterblichkeit der Seele.
 
Während ich die Immergrünblüte versonnen betrachte, scheint es mir als würde sich die Blüte wie eine nach innen laufende Spirale zu drehen beginnen, fast so als wollte sie mir mit dieser uralten magischen Geste eine kleine Aufmunterung und einen ganz kleinen Einblick in die Tiefe ihrer besonderen Kräfte schenken.
Als „stoffliche“ Heilpflanze wird das Kleine Immergrün heute aufgrund seiner Giftigkeit nicht mehr verwendet, eine Meditation über der Pflanze kann aber nach wie vor den Geist beflügeln, die Konzentrationsfähigkeit verbessern und Einsichten schenken über das Wesen der Welt und die Kräfte der Pflanzen. So wie sie von den großen Heilkundigen früherer Tage auch verwendet wurde.
 
O haucht den Namen nicht! Schatten ihn deckt,
Wo seine Gebeine hingestreckt. /
Stumm rinne die Träne und dunkel herab,
Wie Nachttau badet ein ehrlos Grab.
Doch hell um den Schäfer grüne das Gras,
Wo blinkte der Träne schweigendes Naß.
Wo diese heimlichen Tropfen sprühn,
Sprießt der Erinnerung Immergrün.
(Thomas Moore, in „Irische Melodien“ über den Henkerstod eines Rebellen)
 
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Gedanken dieser Tage…
Veröffentlicht am Dienstag, 28. April 2020

Kann es wirklich sein, daß ausschließlich infektionsbiologische Überlegungen das Handeln bestimmen? Auch das Vernachlässigen medizinischer, seelischer und psychischer Kollateralschäden der Coronapandemie und die ausschließlich virologisch bestimmten politischen Reaktionen darauf sind eine beängstigende Triage. Einige interessante Anregungen dazu:

– „Demokratische Politik darf auch in Krisenzeiten nicht ausschließlich einzelnen Beratern folgen.“ Wo bleibt unser Leben in Coronazeiten, in einer Zeit der erzwungenen Klausur und auferlegten Vereinsamung? – äußerst hörenswert dazu das BR-Podcast: https://www.br.de/mediathek/podcast/religion-die-dokumentation/wer-ich-bin-wenn-ich-alleine-bin-botschaften-aus-der-zeit-der-klausur/1796173?fbclid=IwAR0RnrtbgJTED0NuuwxqKdAyRpsU1yZ7sCzY0KvWXZAvFaOuKkAXe8y72Tk

– Bundestagespräsident Schäuble positioniert sich in der Debatte um Einschränkungen der Grundrechte, das Recht auf Leben könne nicht über allem stehen: „Dem Schutz von Leben in der Coronakrise kann nicht alles untergeordnet werden.“ (https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/wolfgang-schaeuble-dem-schutz-von-leben-in-der-coronakrise-kann-nicht-alles-untergeordnet-werden/25775670.html?fbclid=IwAR0xenEhitROnnILwNwyoVXpab-Q_D6M2K00LzvaKxDBkayVSe0rSoXKouU)

… und die hübsche kleine Blüte im Bild? Es ist das Kleine Tausendgüldenkraut (Centaurium pulchellum), eines der großen Heilmittel von Volksmedizin, Klosterheilheilkunde und Phytotherapie – mit der wunderbaren Indikation „Zum Wiedererlernen von Fröhlichkeit und Lebensfreude“.

Ich wünsche Euch allen mit einer heilen Seele, einem Geist voller wiedererwachender Lebensfreude und einem Herzen voller Zuversicht und Lebensglück aus diesem Wahnsinn herauszukommen.

 
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Auf Traubenkirschenjagd!
Veröffentlicht am Donnerstag, 23. April 2020

Die Schönsten sind die geklauten und die gewilderten„, das sagt meine Mama schon immer, wenn sie sich ihr Fliedersträußchen bindet 🙂 Gleiches gilt natürlich auch für die wunderbar duftende Traubenkirsche (Prunus padus), die in diesen Jahr wegen der sehr warmen Witterung etwas früher blüht als sonst.
Und nur jetzt fällt der wunderschöne Baum auch so wirklich auf, in all seiner herrlich, überreichlich und verheißungsvoll duftenden weißen Blütenpracht – aber nur kurz, bald schon liegen seine Blütenblätter auf Boden verstreut herum. Ein lockender Baum, mit kaum verhohlener Lüsternheit und einer tief in ihm verborgenen Gefahr für diejenigen, die sich ihm allzu unbesorgt hingeben…, erzählte man sich früher über das schöne Rosengewächs.
Ganz unrecht hatten die Menschen damit natürlich nicht, der betörende Bittermandelduft kommt nur durch einen erheblichen Blausäuregehalt in den Blüten zustande. Vielleicht galt die Traubenkirsche deshalb einst als echter Hexenbaum? Oder vielleicht deshalb, weil er um die Zeit des alten Mondenfestes von Beltaine blühre und so manche Maienkönigin schmückte?

In diesem Jahr fällt die Traubenkirschenblüte besonders üppig aus, auf Schritt und Tritt begleitet mich sein Duft auf meinem Weg den Waldrand entlang. Und so war ich gar nicht wahnsinnig erstaunt, in meinem Aufzeichnungen die Notiz zu entdecken, daß im mittelalterlichen Italien seine frische Rinde als Schutz vor Pest und Pestillenz an der Eingangstür befestigt wurde. Tatsächlich verströmt die beschädigte Rinde einen scharfen Essiggeruch – nicht unbedingt zum Wohlfühlen aber möglicherweise mit einer durchaus interessanten Wirkung.
Viel besser duften da schon die Blüten, vor allem wenn sie als Türkranz gewunden von einer leichten Frühlingsbrise durchstrichen werden. Auch sie gelten als Amulett, bösartige Naturwesen, die den Menschen schaden wollen, sollen mit ihnen unschädlich gemacht werden können.
Und es gibt noch eine schöne, volkstümlich überlieferte Anwendung: Ein mit Knospen bestandener Traubenkirschenkranz soll nackt auf dem Kopf getragen für Reichtum und Unversehrtheit sorgen. Na denn!

 

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Ein kleiner Lichtblick für Bergfreunde
Veröffentlicht am Mittwoch, 15. April 2020
Bei allem scheußlichen und furchtbarem, das gerade rund um uns geschieht, gibt es doch auch einmal einen nicht einmal so kleinen Lichtblick – vielleicht ist es auch gerade der derzeitigen Situation geschuldet, daß sich die Südtiroler Landesregierung für den Erhalt der Natur und gegen den Ausbau des unerträglichen Skiwahnsinns ausgesprochen hat: KEIN AUSBAU DES KAUNERTALER SKIGEBIETS DURCH EINEN ANSCHLUSS INS LANGTAUFERER TAL!

Ja, ich fahre auch gerne Ski – aber so naturverträglich wie möglich. Geht nämlich, Skibergsteigen umweltfreundlich #natürlichauftour
https://www.alpenverein.it/de/alpenverein/ein-guter-tag-für-langtaufers-ein-guter-tag-für-das-melagtal-7_159348.html?fbclid=IwAR1prLst1h-k78P5t4rm9fnJcvGBoTi_XXG8Zrh8j5Q4E4LdSSvS9xhkmpY
 

 

 
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Bergblume des Monats auf tourentipp.de
Veröffentlicht am Dienstag, 7. April 2020
Seit diesem Jahr findet Ihr im Tourenportal tourentipp.de wieder die Bergblume des Monats – für April 2020 ist es die Dichternarzisse, Narcissus poeticus.

Die Dichternarzisse ist zweifellos eine der schönsten Alpenpflanzen überhaupt – und wie kaum eine andere Blume dazu geeignet, den Betrachter in die schönsten Träume vom Bergfrühling und wärmenden Sonnenstrahlen zu versetzen – auch, und vor allem besonders dann, wenn das verklärt betrachtete Vorkommen auf der eigenen Fensterbank ist…
 

 
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Ruckizucki – Mund-Nasen-Maske DIY
Veröffentlicht am Dienstag, 7. April 2020

Wenn die Nähmaschine streikt… braucht man Ideen!
Probiert doch mal unsere ganz einfache „Ruckizucki – Mund-Nasen-Maske“ aus, alles was Ihr dazu braucht sind ein Bergtüchlein und zwei Zopfbänder / Haargummis 🙂

Klar ist natürlich: Vor Ansteckung schützt solch eine selbstgemachte Maske nach derzeitigem Erkenntnisstand natürlich nicht, sie kann aber die Weitergabe von Viren durch den Träger vermindern (wenn sie zudem regelmäßig bei mindestens 60°C gewaschen wird).

Sollte also auch bei uns in Bayern die Corona-Mundschutzpflicht kommen, seid Ihr mit der Ruckizucki – Mund-Nasen-Maske auf jeden Fall schon mal gerüstet.

Bleibts gsund!

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Gelebtes Brauchtum – Palmbuschenbilden
Veröffentlicht am Freitag, 3. April 2020

Habt Ihr schon Eueren Palmbuschen gebunden?
Ein wundervolles kleines Palmbuschritual für Halt und Lebensfreude, vielen Dank an das wunderbare Team vom Freya Verlag, das mich ganz spontan auf die Idee für diesen kleinen Film zu unserem Buch „Kräuterbrauchtum übers Jahr“ gebracht hat <3
Nicht vergessen: Sonntag ist Palmsonntag – und wer zuletzt aufsteht, der ist der Palmesel 😉

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„Kräuterkurs dahoam“ – Das Lungenkraut
Veröffentlicht am Montag, 30. März 2020

Als Gruppe zusammenhalten, dabei aber die Social Distance wahren – das gilt natürlich auch für unsere Kräuterkurse. Dabei ist eigentlich das Wissen um die heimischen Heilpflanze gerade jetzt wichtiger denn je – genauso wie gerade jetzt das Miteinander zu pflegen und sich nicht aus den Augen zu verlieren.
Meine Kräuterkursler werden deshalb ab jetzt immer wieder kleine Sequenzen zu den gerade aktuellen Heilpflanzen im Jahreskreis bekommen – bis wir uns endlich wieder in der Natur sehen und die Kräuter in ihrer vollen Schönheit bewundern können.

Heute auch für alle Leser und Freunde „Vom Gletscher zum Steinkreis“, aktuell und tagesfrisch: Das Lungenkraut, Pulmonaria officinalis als kleines Lehrvideo.
Bleibt’s gsund!

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Die kleine Schlüsselblume auf der Waldlichtung
Veröffentlicht am Dienstag, 24. März 2020
Ganz, ganz oft bin ich schon an der Waldlichtung direkt vor meiner Haustüre hier im Fünfseenland vorbeigeradelt – und hab dabei vollkommen eine der bezaubernsten Frühlingsblumen unserer Heimat übersehen: Die Echte Schlüsselblume, Primula veris.

Traditionell gilt die Schlüsselblume als Glückspflanze, einer alten Überlieferung nach sollen einst Druidinnen aus ihr den „Trank der Begeisterung“ gebraut haben. Ein durchaus auch heute noch interessantes Rezept, wenn man die Zubereitung ein bisschen in das Heute transferiert und etwa Schlüsselblumenblüten zusammen mit den ebenfalls gerade blühenden Duftveilchen zusammen mit Zucker zu einem Sirup aufkocht und diesen zusammen mit einem Schlüsselblumen-Blüten-Ansatz in Weißwein zu einer Bowle aufgießt.
Ein wunderbarer Aperitiv für besondere Stunden, stimmungsaufhellend und euphorisierend – wie es auch die volksmedizinische Verwendung der Pflanze verspricht. Dass beide Heilpflanzen, Schlüsselblume wie Veilchen, zudem bewährte Mittel bei Spannungskopfschmerzen, Nervosität und vor allem entzündliche Erkrankungen der Atemwege mit Husten und übermäßiger Erschöpfung sind ist derzeit wohl noch ein besonders günstiger Nebeneffekt.

!! Bitte achtet aber unbedingt darauf, daß alle Schlüsselblumen bei uns unter Naturschutz stehen und nicht gesammelt werden dürfen – was aber überhaupt kein Problem ist, sicherlich bietet auch die Gärtnerei Eueres Vertrauens derzeit einen Lieferdienst an und bringt Euch die schönsten Pflanzen direkt ins Haus 🙂

Passt auf Euch auf und genießt den Tag – es ist der besten 24. März 2020, den es je geben wird.
Eure Astrid
 
P.S. Mehr Kräuterwissen, Kräuterbrauchtum und Tagesaktuelles findet Ihr im Blog oder im Newsletter https://www.vomgletscherzumsteinkreis.de/newsletter/
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Druckfrisch zum Frühlingsbeginn:
Veröffentlicht am Samstag, 21. März 2020

Der Newsletter „Vom Gletscher zum Steinkreis“
Vielleicht ein bisserl anders als sonst – aber aktuell wie immer. Jetzt noch anmelden unter https://www.vomgletscherzumsteinkreis.de/newsletter/

#newsletter #kräuterwissen #coronazeit #heiligecorona #schachbrettblume #besonderezeiten #wirhaltenzamm

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Eine kleine Aufmunterung zum Tag…
Veröffentlicht am Freitag, 20. März 2020

… von meiner lieben Kräuterkurs-Teilnehmerin Sonja :-*

Auch wenn die Zeiten schwierig sind, – die Natur ist noch immer für uns da. Direkt vor der eigenen Haustüre.
Und es wird auch wieder besser <3
Versprochen!

 

#naturdaheim #bleibtsdaheim #fnlkräuterkurs #volksheilkundlicherkräuterkurs #incoronatimes

 

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Ein grünes Zuhause für die seelische Gesundheit. Jetzt.
Veröffentlicht am Donnerstag, 12. März 2020

Nein, Panik und Hysterie sind keine guten Ratgeber – Mitdenken und Vorausdenken aber sehr wohl.
Angesichts dessen was in den nächsten Wochen vermutlich auch auf uns in Bayern zukommt, sollte man auf keinen Fall vergessen sich um die Belange der seelischen Gesundheit zu kümmern. Eine Möglichkeit wäre etwa, das eigene Zuhause mit seelenstreichelndem Grün aufzurüsten.

Bereits der Anblick der Farbe Grün entstresst, beruhigt und entspannt, er wirkt durch den Naturbezug beruhigend und harmonisierend – und darüber hinaus bewirken zartgrüne und lindgrüne Farbtöne eine schnellere Heilung bei Krankheiten. Generell konnte in Studien eine positive Wirkung des Gärtnerns auf die Gesundheit festgestellt werden.
Mein Tipp: Warum nicht die Gelegenheit beim Schopf packen und noch heute ein kleines Blumenkräuterbeet für Balkonkasten, Terrassenkübel oder einen großen Sims auf der Fensterbank planen und sich die nächsten Wochen am wohltuenden Gärtlein erfreuen? Als Beetschmuck einen kleinen Froschkönig hineinzustellen wäre dann natürlich noch die Krönung…



 

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„Habe die Ehre“, der kräuterkulturelle Ratsch auf BR Heimat
Veröffentlicht am Montag, 2. März 2020

Zugegeben: Besonders schön ist sie nicht, und noch dazu verströmt sie einen äußerst unangenehmen Geruch – für Hummeln aber gehört die Stinkende Nieswurz zu den wichtigsten Futterpflanzen im Vorfrühling.

„Vorfrühling in Bayern“ am 3. März 2020, 10 – 12:00 Uhr.
Der phänologische Kalender kennt zehn Jahreszeiten. So genannte „Zeigerpflanzen“ zeigen an, ob noch Winter ist oder schon Frühling – genauer gesagt: Vorfrühling. Die BR Heimat-Kräuterexpertin Astrid Süßmuth zeigt diese besonderen Pflanzen.
Wenn Schneeglöckchen und leuchtendgelbe Winterlinge und die Stinkende Nieswurz ihre zarten Blüten in den noch kalten Sonnenstrahlen entfalten, beginnt die Zeit des phänologischen Vorfrühlings, einer Jahreszeit, die mit den ersten Blumen und Blüten des Jahres viel Vorfreude auf das kommende Frühjahrsgrün weckt – aber von einem Tag auf den anderen wieder in Kälte und viel Schnee versinken kann. Die BR Heimat-Kräuterexpertin Astrid Süßmuth macht sich gemeinsam mit Moderatorin Conny Glogger auf einen Streifzug nach den schönsten Entdeckungen des bayerischen Vorfrühlings.

Live und in bayerischer Mundart-Färbung wie immer von  10 – 12:00 Uhr auf der Welle BR Heimat des Bayerischen Rundfunks, ein paar blumige AmuseGueules sind schon vorab unter https://www.br.de/radio/br-heimat/sendungen/habe-die-ehre/vorfruehling-schneegloeckchen-natur-winter-uebergang-100.html aufgeblüht 🙂

 

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Die Sonnen im Waldesdunkel am Untersberg
Veröffentlicht am Donnerstag, 27. Februar 2020

Kurz vor Sonnenuntergang am mystischen Untersberg: Hunderte kleiner Wintersonnen leuchten aus dem Waldesdunkel 🌳🌲🌛🌕🌜🌲🌳
Und jedes der kleinen Blütenköpfchen verströmt einen wunderbaren Duft von Gletscherbrise mit einem Hauch Rose
Die Christrose ist das Sonnenversprechen der letzten Wintertage – und eine unserer größten und wundervollsten heimischen Heilpflanzen. Und sie ist tödlich giftig.

 

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Exkursionserkundigung im bayerischen Vorfrühling
Veröffentlicht am Montag, 17. Februar 2020

Nach dem Kurswochenende bietet es sich bei durchwachsenem Wolken-Sonnen-Trübmix  ganz wunderbar an, ein neues Exkursionsziel für den #Kräuterkurs zu erkunden. Und was man da so alles entdeckt!
Herrlich duftenden #Seidelbast und kleine #Märzenglöckchen, #Widertonmoos und #Rohrkolben am Wasserrand. Die Moosbeeren hat allerdings schon jemand aufgefuttert, nur noch die Blättchen sind zu sehen.

Der aus dem Waldesdunkel hervorleuchtende Seidelbast ist übrigens eine der ersten Pflanzen, die wir mit dem FNL-Kräuterkurs ganz genau unter die Lupe nehmen: Welch ein Duft – und welch ein Gift! Der unter Seidelbast (Daphne mezerenum) gehört ohne Zweifel zu den giftigsten Vertretern unserer heimischen Flora, trotz seines zart-betörenden Fliederdufts. Kinder sollten die Giftpflanze unbedingt genau kennen, zu verlockend könnte es sein eine der auffallenden Blüten in den Mund zu stecken… Aber wie immer gilt auch beim Seidelbast daß die Dosis über die Wirkung der Pflanze entscheidet: In der Homöopathie gehört er gerade in der Kinderheilkunde zu den wichtigsten Mitteln bei infektuösen Hauterkrankungen, vor allem wenn sich im Hautbild kleine rotschuppige Kreise um die Entzündungsherde bilden.


Die wunderbar schottische #Moorstimmung und den Vorfrühlings-Sonnenuntergang wird mein Kräuterkurs aber wohl nicht erleben können – dafür wird wohl im Sommer bei unserer Kräuterwanderung sicherlich ein erfrischendes Bad im kleinen Moortümpel drin sein 🙂

#VorfrühlinginBayern #FNL-Kräuterkurs #FNL-Kräuterexperten #FNLinBayern #EitzenbergerWeiher #EuracherFilz

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Brand auf der Maxlraineralm
Veröffentlicht am Montag, 10. Februar 2020

Wie bereits gestern in der Presse zu lesen war geriet der Dachstuhl der Oberen Maxlrainer Alm am Spitzingsee in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Brand (https://www.merkur.de/lokales/region-miesbach/schliersee-ort29415/spitzingsee-maxlraineralm-feuer-skitouren-rettung-kripo-evakuierung-notruf-13530301.html) – glücklicherweise wurde niemand ernsthaft verletzt, die Feuerwehr leistete gerade in Anbetracht der abgelegenen Lage der Alm Großartiges und konnte den Brand am frühen Morgen löschen.

Dennoch schaut es schlimm aus auf der Alm, mit der sich für mich viele Kindheitserinnerungen verbinden. Schon in der Kraxe hat mich vor vielen Jahren ( 😉 ) mein Großvater mit hinaufgenommen, wenn erwie jeden Sommer die Hütte, an deren Bau er als Alpinpolizist der Bayerischen Landespolizei in den 1920er Jahren mitgearbeitet hat, wieder besuchte.
Hoffen wir, daß die Maxlrainer Alm bald wieder öffnen kann!

rechts: Beim Abschluss der Bauarbeiten auf der Oberen Maxlrainer Alm, 1926 (aus dem Familienalbum)

#MaxlrainerAlm #Spitzingsee #MeinBayern #Toitoitoi #DankeandieFeuerwehr

 

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Ein neues Türkranzerl mit Rosmarin zum Wintervollmond
Veröffentlicht am Sonntag, 9. Februar 2020

Der heutige Tag des Wintervollmonds ist der vorchristliche Festtag an dem das Licht wiederkehrt, das neue Vegetationsjahr beginnt und die dunkle Jahreszeit sicher vorüber ist – wenn es auch noch durchaus schneidend kalt sein kann und der große Schnee erst noch kommt.
Im christlichen Kontext bedeutet dies, daß nun die Weihnachtszeit endgültig vorüber ist, was mit einem Lichterfest gefeiert wird: Mariä Lichtmess, der Tag an dem der Kerzenvorrat für das ganze Kirchenjahr geweiht wird.

Ganz profan bedeutete Lichtmess für die Dienstboten die Möglichkeit, ihre Arbeitsstelle zu wechseln und vielleicht den Luxus ein paar freier Tage zu genießen.
Doch es war auch eine Zeit des Abschieds, scheidenden und schmerzlich vermissten Knechten gaben die jungen Mägde einen Zweig Rosmarin mit als Andenken und um nicht vergessen zu werden. Wie lässt schon Shakespeare seine Ophelia im Klassiker Hamlet sperchen: „There’s rosemary, that’s for remembrance, pray you love, remember.“
Natürlich ist Rosmarin auch ein herrlich geistbeflügenlndes Aphrodisiakum, das ganz wunderbar dazu passt daß nun bald der Valentinstag im Gedenken an den Schutzpatron aller Liebenden begangen wird.

Für mich ist der Wintervollmond ein Fest, um den langsam lästigen Wintermuff hinauszustauben. Mit Fruhlingsputz, einem abendlichen Feuer draußen im Garten und einem neuen Türkranzerl.
Rosmarin gehört dort natürlich hinein, und die Symbole der mystischen Kraft dieses Tages an dem die Natur die Dunkelheit überwunden hat und neues Leben verspricht.
Es ist die Zeit der weißen Göttin, der wilden und ungezügelten Kraft von Liebe und Vitalität. Herzerl gehören dazu, die Farbe Weiß, Schneeglöckchen die Kälte, Wind und Eis trotzen und natürlich das Silber als Mondmetall, das das Mondenfest des Winters in das neue Jahr hineinträgt.

Blessed be,
… und genießt eine wunderbar wilde Vollmondnacht )O(

#Wintervollmond #Lichtmess #Iimbolc #Türkranz #Rosmarinn #Jahreskreis #Blessedbe #Februar #DasneueJahrwächst #Vollmondfest #Silber #WeißeGöttin #WhiteGodess

 

 

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Radiotipp: Bayerische Kräuterhexen
Veröffentlicht am Montag, 3. Februar 2020

Radiotipp für den 04. Februar 2020: „Die bayerischen Kräuterhexen“ auf der Welle BR Heimat des Bayerischen Rundfunks, live aus dem Studio von 10 – 12:00 Uhr.

Kräuterkunde gilt seit jeher landläufig als urweibliche Domäne – und dennoch stammen die meisten überlieferten Kräuterbücher aus der Feder eines hochgeachteten männlichen Gelehrten. Kräuterkundige Frauen dagegen waren und wurden gerne als Kräuterhexen tituliert und führten einst ein dementsprechend gefährliches Leben. BR Heimat-Kräuterexpertin Astrid Süßmuth macht sich zusammen mit Heimat-Moderatorin Conny Glogger auf die Suche nach weisen Kräuterhexen und Pflanzenkennerinnen von der Antike bis zur Moderne – von denen erstaunlich viele aus Bayern stammen. ***

Die herrlich leuchtende Wilde Gladiole auf dem Bild galt schon in alter Römerzeit als große Zauberpflanze. Ihre mit einem kettenhemdartige Überzug versehene Knolle bei sich getragen sollte vor manchem Hieb und Stich schützen und einen dabei unterstützen, ein großes Ziel zu erreichen. Wie erstaunlich, daß gerade eine der berühmtesten bayerischen Kräuterhexen – hochachtungsvollst auch die „Mooshex'“ genannt – genau über diese Pflanze promoviert hat und nach vielen Jahren zähstem Ringen gegen alle möglichen Widerstände die Ausweisung eines Naturschutzgebiets für das Murnauer Moos zu erreichen?

Der Link zur Sendung: https://www.br.de/radio/br-heimat/programmkalender/ausstrahlung-1973228.html

#Radiotipp #Kräuterhexen #Mooshex #Zauberpflanzen #hexenpflanzen #BRHeimat #AstridSüßmuth #ConnyGlogger #HabedieEhre

 

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Februars Wetterregeln – es ist nass und greislich.
Veröffentlicht am Montag, 3. Februar 2020

Keine weiße Weihnacht, der Januar viel zu warm mit bis zu 15°C auf der Terrasse und zu Lichtmess Sturm und Regen – bäh. Ein wunderbarer Nährboden für Krankheitserreger aller Art, die sich gerade mit rasender Geschwindigkeit ausbreiten. Und dann erst die Wetterregeln: Ist’s Anfang Februar warm und feucht, der Winter erst sehr spät entweicht, oder auch Gibt’s im Februar weiße Wälder, freuen sich drüber Wies‘ und Felder (was andersherum natürlich schlecht ist ohne die weiße Pracht).

Was also tun, verzweifeln??!
Nö. Die kleinen Zwischenauszeiten zwischen Regengüssen, Schnupfennasenanfällen und sonstigen Widrigkeiten ganz bewusst wahrnehmen und jede Gelegenheit am Schopf packen, hinauszugehen und mit dem einen oder anderen Sonnenstrahl ganz nachhaltig das Immunsystem zu stärken und der Seele dabei die eine oder andere Streicheleinheit zu verpassen. Wer genau hinschaut findet sogar die ersten Blütchen – im Fall der Schneeheide ist das auch nicht einmal ein Zeichen des Klimawandels, an aperen Stellen blüht die kleine Winterpflanze tatsächlich schon jetzt im Februar. Zuverlässig, Jahr für Jahr.
Ist das nicht ein wunderbares Geschenk der Hoffnung und der Vorfreude auf die kommende Frühlingszeit nach Erkältungswellen, Dunkelheit und Winterblues? Und bevor es am nächsten Tag wieder schüttet und stürmt.

Erstaunlich ist die Zuverlässigkeit der Februar-Wetterregeln: Zwar konnte der Zusammenhang zwischen (zu) milden Februartemperaturen und vegetationsschädlichen Spätfrösten im Frühling bislang statistisch nicht nachgewiesen werden, richtig ist offensichtlich dagegen die Beobachtung, daß nach einem nassen und milden Februar auch ein feuchter Sommer folgt („Je nasser der Februar, desto nasser wird das ganze Jahr) – was angesichts des fehlenden Schnees für die notwendige Schneeschmelze als Grundlage des Wasserhaushalts zumindest für die Natur wünschenswert wäre.

Und die kleine Schneeheide?
Als Badezusatz wirkt sie wunderbar entspannend und erwärmend, höher dosiert ist sie eine der besten Heilpflanzen bei Blasenentzündungen nach Verkühlung. Ist es nicht prima, daß sie genau jetzt an diesen patschnasskalten Tage in den kleinen Sonnenpausen mit ihren herrlich leuchtenden Blütchen daran erinnert, daß es sie gibt? Direkt bei uns vor der Haustüre, aber nur wenn man die Nase daraus hinausstreckt 😉

 

 

 

 

 

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Pflanzendüfte… welch ein sinnlicher Kräuterkurstag!
Veröffentlicht am Dienstag, 28. Januar 2020

Heilpflanzen und Kräuter mit ihrem ganzen Wesen kennenlernen, ihre (manchmal auch ganz individuelle) Wirkung mit allen Sinnen erfahren und mit diesem Suchen, Lernen und Erkennen den Schlüssel zu ihren ganz spezifischen Heilkräften und ihrer Bedeutung für uns zu finden ist das große Grundthema des Volksheilkundlichen Kräuterkurses an der FNL-Akademie.
Im Frühjahr, Sommer und Herbst besuchen wir die Pflanzen auf unseren Exkursionen, im Winter finden wir nur noch wenige Immergrüne vor unserer Haustüre – dafür ist dann Zeit, um in die Besonderheiten der Pflanzenwelt hineinzutauchen.

Es ist eine Reise in die Sinnlichkeit von zauberhaften Blüten, der „Viriditas“ des grünen Pflanzenkleids und irderner Wurzelkraft, in die uns unsere wunderbare Parfumeurin Beate Nagel an diesem wieder einmal viel zu kurzen FNL-Kräuterkurswochenende entführt hat.

– Wusstet Ihr etwa, wie intensiv sonnenaufgangsgelb die Essenz der Wildrose ist, und daß sie wegen ihrer überwältigenden Intensität wirklich nur spaaaarsamst verwendet werden darf?
– Daß das mittels Wasserdampfdestillation aus den Triebspitzen der Wilden Myrthe gewonnene ätherische Öl dem menschliche Gehirn einen Eindruck unbeschwert-junger Weiblichkeit vermittelt?
– Einige Tropfen ätherisches Grapefrutöl in einer Mischung deren Träger(in) um 10 Jahre jünger wirken lassen?

Viel Spaß beim Mischen und Schnuppern!

 

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Wacholdergestalten
Veröffentlicht am Montag, 13. Januar 2020

Wacholdergestalten.
Anstatt glitzernder Gebilde aus Eis und Schnee, wie sie eigentlich zu dieser Jahreszeit zu erwarten wären, sehe ich mich auf meinem Weg durch die Isarauen von auffallendsten Wacholdergestalten umringt. Stachelig strecken sie ihre graugrünen Zweige der kaum wärmenden Wintersonne entgegen, fast scheint es als ob in diesem Moment eine kaum merkliche Bewegung durch die baumartigen Sträucher geht also ob sie damit sagen wollen „Sieh her, wir sind noch hier!“. Wenige Minuten später aber schon werden sie aber schon wieder vom sonnenfernen Winterschatten umfangen, in dem sie bis zum nächsten Sonnenstrahl wie erstarrt verharren werden.
So deutlich wie in diesem Jahr treten die Wacholderwesen meist nur für eine kurze Zeit in den Augenschein – in der Zwischenzeit, wenn das üppiggrüne Kleid des Sommers vergangen ist, noch bevor sich der Schnee über die Landschaft breitet.

Mit Wacholderkraft der Erkältungswelle entgegentreten.
Es ist die Zeit des Frühwinters, eine klassische Erkältungszeit in der rundum alles hustet und schnieft, bevor die tiefen Temperaturen des Hochwinders dem viralen Treiben bei vorläufiges Ende setzen – ein Zeitraum, der sich in diesem Winter bis weit in den Januar hineinzieht. Und in dem sich in diesem Jahr der Wacholder als Baumwesen ganz besonders kraftvoll zeigt.
Tatsächlich ist genau der Wacholder eine klassische Heilpflanze der Naturheilkunde für Erkältungen und Infektionen dieser Übergangszeit. Mit seiner antimikrobiellen, antibakteriellen und stark desinfizierend Wildkung ist er ein probates Mittel gegen grippale Infekte aller Art. Verwendet werden vor allem die Wacholderbeeren, die botanisch gesehen eigentlich verwachsene kleine Zapfen sind.
Leicht angedrückt gibt eine Wacholderbeere pro Tasse den Teemischungen von Zitronenschieben und Zitronenverbene nicht nur einen besonderen geschmacklichen, sondern auch einen besonderen immunstärkenden Kick. Mehr als zwei Tassen sollte man jedoch nicht zu sich nehmen.

Mit Wacholderrauch gegen das Infektionsroulette.
In Pestzeiten wohlbekannt, ist Wacholderrauch stark desinfizierend und keimtötend – der Grund, weshalb guter Schinken bis heute über Wacholderholz geräuchert wird, um ihn haltbar zu machen.
Eine allabendliche Räucherung mit einer Handvoll Wacholderbeeren und Triebspitzen ist ein bewährtes Mittel, um die Raumluft zu reinigen und zu verhindern, dass sich die Familienmitglieder schön reihum voneinander anstecken.

 

 

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Mit Sonnenenergie ins Neue Jahr!
Veröffentlicht am Dienstag, 7. Januar 2020

Der erste Sonnenaufgang eines neuen Jahres ist immer etwas ganz besonderes, denn es ist nicht nur der Anfang eines neuen Kalenders, sondern auch genau die Zeit des Jahres in der die Nächte noch besonders lange und besonders dunkel sind.
Unter freiem Himmel kann man dabei als bloßer Betrachter auf faszinierende Art erspüren, wie sich seine eigene Lebenskraft mit jedem Strahl, den die erwachende Sonne über den Horizont schickt, wie von ganz alleine verstärkt.
Besonders geeignet für diese Übung sind Orte, die der Umgebung etwas „enthoben“, dabei aber geschützt sind wie etwa eine nach Osten gerichtete Waldlichtung, die Ostseite eines alten Baumes, aber natürlich auch frei gelegene Hügelkuppen. So begrüßt die Morgensonne gleichermaßen den Sonnenberg oberhalb des Drei-Bethen-Kultorts am oberbayrischen Leutstetten, die alte Eiche im Münchner Englischen Garten, wie auch den Sonnenbühl bei St. Lorenzen.
Genau an solchen Plätzen befanden sich dereinst Sonnenkultorte unserer Vorfahren, der Kelten, Räter und Vindeliker, die noch heute Namen wie „Sonnenbichl“, „Sonnenburg“ oder eben „Sonnenbühl“ tragen. Und natürlich wurden an den meisten dieser Orte von Archäologen Brandopferplätze entdeckt, die auf einstige Vegetations- und Fruchtbarkeitsriten schließen lassen.

Wer nun den ersten Sonnenaufgang 2020 verschlafen hat, braucht keinesfalls geknickt zu sein: Bis Lichtmess noch sind die Nächte lang, und noch immer verschenkt ein jeder Sonnenaufgang jetzt seine besonderen Kräfte nach einer langen Dunkelheit. Wie wäre es denn, an einem der nächsten Tage morgens kurz vor 8 Uhr die Sonne so zu begrüßen und mit dieser Sonnenenergie ins neue Jahr zu gehen? Wie gut, daß es heute regnet, dann ist ja auch etwas Zeit, um einen Blick in die Landkarte zu werfen und einen passenden Ort ganz in der Nähe für sich selbst auszukundschaften 😉

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Fröhliche Weihnachten!
Veröffentlicht am Freitag, 20. Dezember 2019

Nach einem turbulenten und aufregenden Jahr 2019 darf ich allen Freunden und Lesern ein fröhliches Weihnachtsfest, ganz wunderbare Rauhnächte mit dem einen oder anderen Rauhnachtswunder – und natürlich einen richtig gschmeidigen Rutsch in ein glückliches Jahr 2020 wünschen.
Ich verabschiede mich in den Zauber der dunklen Nächte und freue mich auf unser Wiedersehen im neuen Sonnenjahr!

Herzlich, Eure Astrid Süßmuth

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Radio Wissen – Die Rauhnächte
Veröffentlicht am Freitag, 20. Dezember 2019

Wenn am späten Nachmittag des 21. Dezembers die Sonne unter dem Horizont versinkt beginnen die Rauhnächte, von denen es heißt, daß während ihrer die Pforten zu anderen Welten weit offen stünden. In den langen Nächten voller Dunkelheit, Zauber und geisterhaftem Treiben kann man sich der wahren Magie der Natur so nahe fühlen, wie zu kaum einer anderen Jahreszeit…
Viele Hintergründe und Wissenswertes rund um die Rauhnächte kann man im Podcast „Rauhnächte – Die wilde Jagd der Götter, Geister und Dämonen“ nachhören, zu dem auch ich ein paar Geschichten aus dem gelebten Brauchtum besteuern durfte. Viel Freude beim Anhören!

 
 
radioWissen
Rauhnächte – Die wilde Jagd der Götter, Geister und Dämonen
Die Rauhnächte – diese Zeit zwischen den Jahren – nirgendwo sonst im Jahr fühlten sich die Menschen den magischen Mächten so nahe. Und wo Percht, Drud oder gar die Wilde Jagd ihr Unwesen treibt, gilt es gewappnet zu sein.
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Immergrüne Pflanzen als Ritualgebinde
Veröffentlicht am Montag, 16. Dezember 2019

Welch ein wunderbarer Jahresabschluss für unseren Kräuterkurs an der FNL-Akademie in Bayern!
Zu Gast in der Blumenschule Schongau dürfen wir uns ganz den Heilkräften und der besonderen Bedeutung unserer heimischer Immergrünen von der Fichte über Wacholder, Tanne und Kiefer bis zur Eibe widmen – und aus ihnen, jeder für sich, eine wunderbaren Ritualkranz für die kommenden Rauhnächte gestalten.

 


Der Ritualkranz zu den Rauhnächten.

Neun verschiedene Immergrüne sollen im Rauhnachtskranz enthalten sein, jeweils eine Pflanze stellvertretend für eines der Jahreskreisfeste des vergangenen Jahres.
Vielleicht steht die Tanne für die vergangene Adventszeit und die Mistel für die letzte Wintersonnwende? Dann kann der Wacholder vielleicht das wilde Treiben zum Frühlingsvollmond repräsentieren und die Schwarzkiefer steht für wundervolle Nächte unter dem Sommervollmond am Mittelmeer?
Zusammengebunden bewahren diese Pflanzen das Vergangene, als Immergrüne stehen sie dafür, daß die Sonne nach den dunkelsten Nächten des Jahres wiederkehren wird – der Kreis, den diese Pflanzen bilden zeigt die Unendlichkeit des Lebens und gilt zudem als beschützendes Symbol für das Zuhause.
Erlebtes und die Hoffnung auf Neues verweben sich in einem Rauhnachtskranz genauso wie das Wissen um die Kraft der Pflanzen und die Achtung vor den Gaben der Natur.
Wenn der Kranz mit dem Lichtmessfeuer auflodert, zeigt er nochmals seine funkensprühende Lebenskraft, die er dann zum dunkeln Nachthimmel hinaufschickt, und als der er dann zu Asche geworden unter dem Hausbaum in den ewigen Kreislauf von Vergehen und Werden zurückkehren wird…

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Vor dem Schnee
Veröffentlicht am Freitag, 13. Dezember 2019

Vor dem Schnee ❄
Nach dem letzten Foto auf der letzten Recherchetour zu #111Almen gerate ich unversehens in eine ganz zauberhafte Märchenstimmung. Kurz vor Sonnenuntergang wehen mit einem Mal wilde Flocken um mich herum – oder ist es doch ein Tanz der Wilden Fräulein hoch über dem Spitzing?

#meinbayern #bayerischealm #111Almen #111orte #wanderführer #buchneuerscheinung #bayerischealpen #wanderninbayern #vomgletscherzumsteinkreis #bergtour #winterfeeling #ersterschnee #alm #berggfui #schneeflockentanz #Spitzing

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111 Almen und Hütten in Oberbayern, die man gesehen haben muss
Veröffentlicht am Dienstag, 10. Dezember 2019

Bergidyll und Hüttenromatik.
Beschaulich in die Berglandschaft geschmiegt oder vor atemberaubender Felsenkulisse gelegen sind Almen und Hütten Traumziele für Entdecker jeden Alters. So einzigartig wie die bayerischen Almen sind auch ihre Geschichten von Bergidyll, Wanderglück und Hüttenromantik. 111 Almen und Hütten in Oberbayern führen Sie auf ausgesuchten Wegen in eine Bilderbuchlandschaft, wie sie bayerischer nicht sein könnte, und erzählen dabei von verwegenen Wilderern, köstlichsten Almspezialitäten und unvergleichlichem Naturerlebnis.

• Warum gibt es auf der Alm keine Sünd‘?
• Zu welcher Hütte fährt man mit dem Schiff?
• Welche Alm hat einen eigenen Bahnanschluss?
• Wo geht das Almgespenst um?             … die Antworten gibt es ab Mai 2020 überall im Buchhandel 🙂

Nach 2 Jahren Recherche zu Fuß, per Mountainbike, Tourenski oder Schlitten mit mehr als 80.000 Höhenmetern, 2 Paar durchgelaufenen Bergstiefeln und viel Tourenschoki für die Nerven:

Hurra, das Manuskript ist beim Verlag!
Astrid Süßmuth, 111 Almen und Hütten in Oberbayern, die man gesehen haben muss
Emons Verlag, 240 Seiten, 13,5×20,5 cm
ab Mai 2020 überall im Buchhandel

#111orte #emonsverlag #meinbayern #wanderninbayern #111almen #oberbayern #dobinidahoam

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Die Vorweihnachtszeit im Freya-Adventskalender
Veröffentlicht am Samstag, 7. Dezember 2019

Als Teil des Freya-Adventskalenders komme ich mir ja schon fast ein bisserl wie ein Adventsengerl vor 😉 
Wie 23 weitere meiner Autorekollegen darf auch ich davon erzählen, wie ich die Vorweihnachtszeit (… hoffentlich!) entschleunige und mit welche Rituale ich in der Adventzeit besonders gerne schätze.

Adventstipp im Freya-Adventskalender von Astrid Süßmuth zum 7. Dezember

In einer Familie mit drei Kindern – auch wenn sie teilweise schon groß sind – ist Weihnachten immer ein Riesentrubel, das fängt mit dem Beginn der Backzeit und den ersten Lebkuchen am 8. Dezember an und endet mit dem großen Frühstück am morgen des 1. Weihnachtsfeiertags wenn traditionell die Raclette-Reste des vergangenen Abends aufgegessen werden. Weihnachten samt oft turbulenter Vorweihnachtszeit ist bei uns eine bunte, fröhliche Zeit die ich eigentlich gar nicht missen möchte.

Wenn das fröhliche Familien-Weihnachtsfest vorüber ist freue mich aber immer auf die Stille der Rauhnächte, die ich zwar schon mit dem Sonnenuntergang zur Wintersonnwende begrüßt habe, jetzt aber erst so richtig begehen kann.
Es ist die Jahreszeit für mich, in der ich Telefon und Email konsequent abstelle und zur Ruhe komme. Abends räuchere ich das Haus mit reinem Fichtenharz aus, das ich während der Zeit der Rauhnächte im letzten Winters auf Skitouren in den bayerischen Bergwäldern gesammelt habe.
Die Zeit der Nebel ist vorüber, alle Blätter sind zu Boden gefallen, nun bricht mit der Zeugung des neuen Lichts eine Zeit der Klarheit, der kühlen und reinigenden Luft an. Die Natur wirkt jetzt wie in einem Moment des Stillstands gefangen, ihr altes Kleid ist abgelegt, Seen frieren zu und dicke Flocken bedecken die Welt. Ruhe und Stille legen sich über das Land. Die Sonne steht tiefer als zu jeder anderen Jahreszeit und legt einen fein schimmernden, goldenen Glanz über unsere Welt, bis sie wieder der großen Dunkelheit weicht. Es ist eine mystische Zeit voller Wunder, eine Zeit der Rückbesinnung und auch der Zukunftsschau.
Für unsere Vorfahren waren es heilige Nächte.

Fichtenharz als Räucherstoff duftet aromatisch waldig und eignet sich besonders gut zur desinfizierenden Raumreinigung. Auf spiritueller Ebene klärt und durchlichtet eine Fichtenharzräucherung den Geist. So wie der Baum einst als Schutzbaum vor andersweltlichen Dämonen verehrt wurde, ist sein Harz ein Schutzmittel vor negativen Einflüssen und unterstützt dabei, sich nach außen abzugrenzen. Fichtenharzrauch kann in meditativen Momenten in die Mitte der alten, dichten und dunklen Wälder versetzen, in denen das Wilde, Ungestüme und die Kräfte der Elemente noch nicht der Zivilisation gewichen sind …

Mehr Adventsgepränge gibt es beim Freya-Verlag in Facebook unter https://www.facebook.com/FreyaVerlag/photos/a.357199089537/10157059725924538/?type=3&theater – viel Spaß beim Türchenöffnen!

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