Blog
Schwammerlexkursion mit dem Kräuterkurs!
Veröffentlicht am Montag, 7. Oktober 2019

Mit offenen Augen den Wald durchstreifen, niemand außer uns bayerischen Kräuterkurslern* hat sich an diesem nasskalten Oktobersonntag hier in den Wald verirrt – und natürlich noch unserem Förster Thomas, an dessen Fersen wir geheftet sind um ja nichts von den klitzekleinen großen Naturwundern zu unseren Füßen zu verpassen.
Zum Beispiel die vielen Zwergerlfeuer, an denen bestimmt gleich die einzigartigen Mooskastanien gebraten werden…
Und wie immer ist es eigentlich viel zu schön, ganz tief in den verzauberten Waldkosmos einzutauchen, als daß man gleich sofort darüber sprechen müsste, welcher Lackporling nun der (im Übrigen auch bei uns heimische!) große Heilpilz Reishi ist und wie der Klebrige Hörnling verwendet werden kann.

* hier sind natürlich die Kräuterkursler des Volksheilkundlichen Kräuterkurses an der FNL-Akademie in Bayern gemeint – wer hat denn sonst solche Abenteuerlust? 😉

0 Kommentare - möchtest du einen Kommentar schreiben?

Radiotipp: Herbstentdeckungen am 04.10.2019
Veröffentlicht am Donnerstag, 3. Oktober 2019

Brombeeren, allüberall reifen jetzt die feinsten Früchte heran 🙂 Man muss es sich nur ganz kurz ins Gedächtnisrufen, wie der herrliche Geschmack vollreifer Brombeeren förmlich auf der Zunge zergeht. Brombeermarmelade, Brombeergelee, Bronbeerparfait, Brombeerbaiser,…… Aber Obacht, nach Regengüssen werden die dunklen Früchte vollkommen geschmacklos. Ist das nicht hundsgemein?
Nun, dann entdecken wir halt etwas anderes!
Für alle, die morgen am 04.10.2019 Zeit und Lust haben wäre der Treffpunkt um 10:00 Uhr vor dem Radiogerät, denn dann darf ich mich mit Moderatorin und Ratsch-Kollegin Conny Glogger auf einen spannenden Streifzug durch das herbstliche Bayern machen – wie immer auf der Welle BR Heimat des Bayerischen Rundfunks!
Für alle, die zwar Lust aber leider keine Zeit haben morgen früh zuzuhören, gibt es die Sendung wie immer zum Nachhören als Podcast: www.br.de/radio/br-heimat/programmkalender/ausstrahlung-1854324.html

Auch, wenn die langen Tage und lauen Sommerabende nun vorüber sind – der Herbst in Bayern ist eine ganz besondere Zeit. Und vor allem eine besonders schöne. BR Heimat-Kräuterexpertin Astrid Süßmuth macht sich zusammen mit Heimat-Moderatorin Conny Glogger auf die Suche nach herbstlichem Kräuterbrauchtum, Naturentdeckungen und den schönsten (Kräuter-) Wanderungen in den bayerischen Bergen.“

 

0 Kommentare - möchtest du einen Kommentar schreiben?

Herbst im Zauberwald
Veröffentlicht am Sonntag, 29. September 2019

Nebel steigt aus den dunklen Tälern auf, wir steigen hinauf auf den schmalen Pfaden, immer weiter bis sich ein Sonnenstrahl Bahn bricht durch das allesverschleiernde Grau.
Warum nur zielt er genau hinein in den Stamm des hohlen Bergahorns, aus dem frischer Sauerklee in hellem Grün herausleuchtet? Es scheint so, als habe sich die Schar der keinen zarten Sauerkleeblättchen, die doch bei jedem Fingertipps und jedem noch so feinen Regentropfen adhoc zusammenklappen, ganz wissentlich in die Umarmung des alten Baumes begeben.
Welch wunderbare Zusammenstellung, wenn die kleine Heilpflanze Sauerklee – die so wunderbar hilfreich ist bei allen Verdauungsbeschwerden von Kindern nach Erschrecken, Schock und erlebter Gewalt – auf den beschützenden Hausbaum trifft, dem nicht nur im Alpenraum magische Kräfte zugesprochen werden.

0 Kommentare - möchtest du einen Kommentar schreiben?

Wer braucht scho a Wiesn?
Veröffentlicht am Samstag, 21. September 2019

Heimvorteil Biergarten mit Enzian und Edelweiß:
– schöne Kräuter
– nette Leut
– bei schönstem Sonnenschein muss i koa Bier tringa sondern hab an gmiatlichen Kaffee
… und i kann mi über des quante Gschenk von meinen Eltern (siehe Bild) freuen 😉

Wer braucht also schon ein Oktoberfest?

0 Kommentare - möchtest du einen Kommentar schreiben?

Kräuterbuschenfesttag!
Veröffentlicht am Donnerstag, 15. August 2019

Allen ein wunderschönees Kräuterfest am Hohen Frauentag – ob nun mit Sonnenschein oder vielleicht doch mit ein paar Tröpfchen Regen. Ich hatte heute morgen zumindest das Glück, meine ersten Buschenkräuter noch in herrlicher Bergsonne sammeln zu können <3 … wer von Euch kennt denn die eine oder andere Blüte auf dem Bild?

Wie fein , daß in diesem Jahr auch der Vollmond zum kalendarischen Festtag von Maria Himmelfahrt passt!
Blessed be )O(

 

Mehr über das Kräuterfest an Hohen Frauentag findet Ihr übrigens im Buch „Kräuterbrauchtum übers Jahr“, einen Blick ins Buch könnt Ihr direkt beim Freya-Verlag werfen: https://shop.freya.at/kraeuterwissen/pflanzen-kraeuter/477/kraeuterbrauchtum-uebers-jahr

0 Kommentare - möchtest du einen Kommentar schreiben?

Cooler Ferienstart!
Veröffentlicht am Freitag, 26. Juli 2019

So ein Start in die Großen Ferien bei fast 40° Celsius ist natürlich DIE Schau: Zu Besuch in der Schellenberger Eishöhle am Untersberg.
Es ist ein Ort um über Vergangenes und Kommendes nachzusinnen, angesichts der auch hier beständig dahinschmelzenden Eisschichten. Ein Ort der ganz deutlich zeigt wie es ist wenn man eine Grenze überschreitet die die Natur in sich trägt und vom Menschen beim ersten Kontakt überhaupt nicht in ihrer Tragweite wahrgenommen wird – sondern erst wenn man die Kalt-Warm-Barriere beim Herausgehen verlässt und es eigentlich schon zu spät ist um sie richtig zu begreifen. Und es ist ein Ort, der demjenigen der sich auf den Weg macht wieder einen Teilaspekt des Mysteriums Untersberg eröffnet.
Schade nur, daß dieses besondere Erlebnis immer nur kurz und in einer Führungsgruppensituation erfasst werden kann (wobei das angesichts des Geotopstatus der Eishöhle natürlich auch verständlich ist).

Die Schellenberger Eishöhle am Untersberg ist vom Parkplatz am Marktschellenberger Zollturm an der B305 in ca. 3 Stunden zu Fuß erreichbar (1090 HM), gerade bei den derzeitigen Temperaturen ist ein frühestmöglicher Aufbruch zwingend erforderlich.
Höhenführungen zu jeder vollen Stunde zwischen 10 und 16:00 Uhr, Einkehrmöglichkeit in der Toni-Lenz-Hütte des Höhlenvereins (1438 m). Geeignet für Kinder ab ca. 8 Jahren.

 

0 Kommentare - möchtest du einen Kommentar schreiben?

Kursabschlusswochenende des Volksheilkundlichen Kräuterkurses in hochalpiner Flora
Veröffentlicht am Montag, 22. Juli 2019

Ein bisserl Wehmut schwingt ja schon so ganz latent mit, wenn man nach eineinhalb Jahren das letzte gemeinsame Kurswochenende vom Volksheilkundlichen Kräuterkurs hat. Auch wenn es an so einem wundervollen Ort weit weit oben am Hohenzollernhaus auf über 2000 Metern in den Ötztaler Alpen ist.
Aber bei allem Abschied, es war nochmals ein grandioses Kursfinale unter jahrhundertealten Zirben, mit eindrucksvollen Arnika-Meisterwurz-Moosglöckchen-Hauswurz-Eisenhut-Begegnungen, vui Botanisierarbeit, tollen Referaten, grandiosen Gstanzln (pfft, dann singt’s mich halt als Kräuter-Feldwebel aus :-P) und eben einer ganz lieben, klasse Kräutertruppe.

Aus is und gar is, und schad is, dass’s wahr is.
So a bisserl, glaub i, werdets Ihr mir ja abgehn…

0 Kommentare - möchtest du einen Kommentar schreiben?

Ist das eine Arnika?
Veröffentlicht am Mittwoch, 17. Juli 2019

„Ist das eine Arnika?“, lautet eine der häufigsten Fragen auf meinen Kräuterführungen.
Und zu 98 % lautet die Antwort darauf leider Nein, denn in den bayernischen Alpen ist die schöne Wilde nicht allzu häufig anzutreffen. Sie vermeidet kalkhaltiges Gestein (wie es in den bayerischen Alpen vorherrschend ist), und braucht für guten Wuchs eher sauere Böden.
Zu den wenigen bayerischen Arnikawiesen pilgern deshalb zur Blütezeit nach der Sommersonnwende oft Scharen von Kräuterfreunden, um dieser großen Heilpflanze auch einmal ansichtig zu werden. So viele, daß es für ein schönes Foto an dem einen oder anderen bayerischen Arnika-Hotspot durchaus durchaus auch zu Wartezeiten kommen kann – Instagramability lässt grüßen…

Umso mehr hat es mich erstaunt an einem der beliebtesten (Seilbahn-) Berge der Chiemgauer Alpen direkt neben dem Hauptpfad nicht nur eine oder zwei, sondern gleich ein gutes Dutzend herrlichester Arnikastauden zu entdecken . An denen sich die breite Masse der Bergwanderlustigen vollkommen achtlos vorbeibewegte.
Es gibt sie also schon, die Arnika-Höhepunkte vor unserer eigenen Haustüre – man muss nur hinschauen und einige wenige charakteristische Merkmale beachten, um die Arnika treffsicher von ihren gelben Anverwandten zu unterscheiden:
– Blütezeit von Juni bis August
– zerrupfte, satt goldgelbe Blütenköpfe
– kreuzförmige, grundständige Blattrosette
– meist nur ein Paar vier- bis siebennervige, gegenständige Laubblätter

Es ist etwas ganz Besonderes, die Arnika ihrem eigenen Lebensraum zu besuchen und ihr dabei mit dem staunenden Respekt gegenübertzutreten, der ihr als vermutlich grandioseste Heilpflanze der gesamten europäischen Flora wirklich zusteht.
Die große Stunde der Arnika schlägt – Schlag auf Schlag, sozusagen – bei allen Weichteilverletzungen wie Verstauchungen, Prellungen, Quetschungen, Zerrungen,… Auch bei stumpfen Traumata als Folgen von Schock und Überanstrengung gibt es kein vergleichbar wirksames Heilmittel. Kein Wunder also, daß die wissenschaftliche Sachverständigenkommission für pflanzliche Arzneimittel, Kommission E,  für die Arnika eine Positivmonographie in Bezug auf eine äußere Anwendung eines Blütenauszugs bei Verletzungs- und Unfallfolgen, rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden, Furunkulose, Entzündungen als Folge von Insektenstichen und Oberflächenphlebitis erstellt hat..

 

Schwieriger wird es nun natürlich, die Arnika nur anhand der Blüte von Löwenzahn, Wiesenbocksbart und Österreichischer Schwarzwurzel zu unterscheiden – wer traut es sich zu? 🙂

Arnika

 

0 Kommentare - möchtest du einen Kommentar schreiben?

Exkursion zum Alpengarten am Schachen
Veröffentlicht am Freitag, 12. Juli 2019

Welch wunderbare Kräuterexkursion zum Alpengarten am Schachen!
Ganz schwierig sich hier zu entscheiden was am sahnestückigsten war: Der wundervolle Alpenblumengarten – der Besuch bei seiner Majestät Ludwig II. in seinem Bergschloss –  die einzigartige Stimmung am Teufelsgsess hoch über dem Reintal – die Blütenpracht am Wegesrand mit Alpenheilglöckchen, Ohnsporn und Allermannsharnisch – die urige Wirtsstube in den historischen Schachenhäusern – der verzauberte Bergsee – der hausgemachte Kuchen auf der Wettersteinalm – die klitzekleinen Felsengärtlein – die besondere Kraft der alten Zirben – …
… oder war’s einfach unsere griabige Gruppen?
Schee war’s mit Euch :-*

Kräuterexkursion zum Schachen im Wettersteingebirge
0 Kommentare - möchtest du einen Kommentar schreiben?

Petersilie, Suppengrün…
Veröffentlicht am Freitag, 5. Juli 2019

Petersilie, Suppengrün wächst in meinem Garten…“
Warum das so ist und noch viel mehr über die besondere Heilkraft der eigentlich in jeder Küche anzutreffenden Petersilie – und dazu sieben besondere Rezepte vom klassischen Petersilien-Herzwein nach Hildegard von Bingen über eine rundumpflegende Gärtnerinnensalbe bis hin zum Granatapfel-Petersilien-Limo (nicht nur) für heiße Tage ist in der aktuellen Sommerausgabe der Zeitschrift „Landapotheke“ nachzulesen – jetzt überall im Zeitschriftenhandel erhältlich.

Mir war es eine Riesenfreude bei diesem tollen Artikel mitzuwirken, ich hoffe das Lesen macht genausoviel Spaß!
Hier geht’s direkt zur Landspotheke: http://www.landidee.info/gesundheit/zauberkraut-petersilie

 

0 Kommentare - möchtest du einen Kommentar schreiben?

Podcast „Unterwegs an bayerischen Bergseen“
Veröffentlicht am Dienstag, 2. Juli 2019

Was könnte an heißen Sommertagen erfrischender sein als ein herrlich klarer Bergsee – noch dazu, wenn sich rundum die herrlichste Flora und die spannendsten Geschichten entdecken lassen? BR-Heimat-Kräuterexpertin Astrid Süßmuth und Moderatorin Conny Glogger nehmen Sie in der Juli-Ausgabe des kräuterkulturellen Ratschs von „Habe die Ehre!“ mit auf hochsommerliche Wanderungen zu den schönsten Bergseen in Bayern.


(Im Bild: Sibirische Schwertlilien auf den Eibseeinseln)

0 Kommentare - möchtest du einen Kommentar schreiben?

Kräuterkursvorbereitungen… Jaaa, passt!
Veröffentlicht am Freitag, 28. Juni 2019

Ob Sonnen- oder Schattenliebhaber, der Garten blüht in jedem Winkel… Anschauungsobjekt „Lavendel-Oxymel“ ist fertig… Arbeitsplätze zum Oxymelrühren sind hergerichtet… Broseggo ist kaltgestellt… Grill steht bereit.. Sonnenschein ist bestellt 😀 

Na, dann kann ich mich ja jetzt beruhigt zurücklehnen und mich auf den morgigen Kräuterkurstag mit vielen lieben Teilnehmer im Garten freuen!
Nur schade, daß es mit diesem Kurs schon das vorletzte Wochenende ist – aber dafür ist auf jeden Falle ein ganz besonderes Kräuterwochenende geplant 🙂 🙂 🙂

 

* und Weißbier aa 😉

0 Kommentare - möchtest du einen Kommentar schreiben?

Das Sommersonnwende-Fensterl
Veröffentlicht am Freitag, 21. Juni 2019

Durch welches Fensterl man einen ganz besonderen Blick auf den Sonnenuntergang zur Sommersonnwende hat?
Das und mehr verrät der Newsletter „Vom Gletscher zum Steinkreis“*, druckfrisch zur Sommersonnwend 2019.
Blessed be )O(




* Ist nicht im Briefkasten? Dann geschwind abonnieren unter www.vomgletscherzumsteinkreis.de/newsletter/

0 Kommentare - möchtest du einen Kommentar schreiben?

Im Rosengarten
Veröffentlicht am Mittwoch, 19. Juni 2019

Eine illustre Gesellschaft, die sich hier versammelt hat: Von der Mondengöttin „Artemis“ über die „Lady of the Lake“ bis zu „Mme. Sombreuil“ – und jede erzählt ihre eigene Geschichte.
Sinneserlebnis, gedankenbetörend… jeden Morgen entdecke ich eine neue Schönheit, die mir ihren Duft und der Sonne ihr Blütenlächeln schenkt. Ich glaube der Rosenmonat Juni ist mein Lieblingsgartenmonat.
Begleitet mich doch ein bisschen durch meinen Garten!

Rosengarten

 

0 Kommentare - möchtest du einen Kommentar schreiben?

Watzmann, Watzmann, Schicksalsberg…
Veröffentlicht am Dienstag, 18. Juni 2019

Großes Kino in der Aussichtsloge hoch über dem Königssee – Einfach mägick )O(
#Watzmann #Königssee #MeinBayern #Dobinidahoam #Buchrecherche #111Orte #almgenuss #magyc #sunset #magicsunst #sunsetbavaria #natur #naturpur #medlsontour

 

0 Kommentare - möchtest du einen Kommentar schreiben?

Alpenblumen und Naturglück in Südtirol.
Veröffentlicht am Mittwoch, 12. Juni 2019

Welche wunderbare Kontraste zeigten sich uns beim Almwiesenglücksbaden am einen Tag, an dem wir an leuchtenden Schwefelanemonen vorbeiwanderten und sonnendurchflutete Lärchenwälder durchschritten – und am anderen Tag, als uns unser Weg entlang des türkisgrünen Waalwassers zum uralten Kultplatz unter dunklen Eichen führte.
Oben zu unten, hell zu dunkel, Blütenpracht zu Baumeskraft.
Ganz hautnah konnten wir sehen, erleben und erfühlen wie sich die Verschiedenartigkeit der Landschaft zwischen dem Berg-Kultplatz St. Martin im Kofel und dem Tal-Kultplatz an der Klumperplatte wandelt und wie sich das ganz eindrücklich an der jeweiligen Flora zeigt.
Es waren wunderschöne Tage im Südtiroler Vintschgau rund um den Sonnenberg bei Schloss Goldrain, die wohl jedem einzelnen von uns noch lange Zeit im Gedächtnis bleiben werden <3
Neue Südtiroler Naturwanderblütenglückerlebnisse haben wir übrigens für das kommende Jahr geplant – Termin und Ausschreibung folgen alsbald im Newsletter „Vom Gletscher zum Steinkreis“!

0 Kommentare - möchtest du einen Kommentar schreiben?

„Frauenschuhe!“, der Bericht
Veröffentlicht am Mittwoch, 29. Mai 2019

So einen wunderbaren Berich habe ich tatsächlich noch nie von einer unserer Kräuter-Exkursion beim Volksheilkundlichen Kräuterkurs bekommen – Vielen Dank liebe Sonja, auch dafür daß ich Deine Worte hier veröffentlichen darf :-*

     

„Frauenschuhe“

Nach ergiebigem Regen im Mai war es wieder soweit – unsere Wildpflanzen-Exkursion mit Astrid Süßmuth in den Isarauen der Pupplinger Au.

Astrid hatte schon angedeutet, dass wir uns in sumpfigem Gebiet aufhalten und auch kleinere Bachläufe überqueren würden. Manche von uns waren mit Gummistiefeln ausgerüstet, andere vertrauten auf ihre erprobten Wanderschuhe.
Die Zeit bis zum Mittagessen verging wie im Flug, das Wetter meinte es bis dahin gut mit uns und wir tauchten in die Pflanzenvielfalt entlang der schönen Isar ein.

Dann ging es hinein – in den Auwald! Es war der Eintritt in eine ganz eigene Atmosphäre und sogleich änderte sich auch das Wetter. Es begann zu regnen! Der Waldboden war von den vorangegangenen Regenfällen vollgesogen wie ein nasser Schwamm, dennoch versuchten wir trockenen Fußes zu unserem nächsten Ziel zu gelangen – dem Frauenschuh!

Immer tiefer ging es hinein in die Isarwildnis. Wir hüpften von Grasbüschel zu Grasbüschel, um dem Wasser um uns herum auszuweichen und zogen, wie eine Karawane, hinter unserer Astrid durch den Wald. Kalt war’s – als das erste Wasser durch die Nähte meines Wanderschuhs kam. Später war das Wasser entlang unseres Pfades jedoch so hoch, dass es mir am Schuhschafft von oben in den Schuh lief. Sorgenvoll blickte ich nach unten zu meinen Schuhen. Spätestens hier war klar, dass die Teilnehmer mit Gummistiefeln die bessere Schuhwahl getroffen hatten. Bei meinem Blick nach unten sah ich, wie ein relativ großer, bronzefarbener Frosch hektisch an meinem Schuh vorbeischwamm. Ich konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen – Wahnsinn – was erlebe ich hier gerade?

Astrid Lindgren sagte einmal, als sie zum 80. Geburtstag ihrer Freundin mit dieser um die Wette auf einen Baum kletterte:
„Es gibt schließlich kein Verbot für alte Weiber, auf Bäume zu klettern“. Auf Bäume sind wir nicht geklettert, die haben wir botanisiert – aber wir sind durch Pfützen gesprungen, wie früher in der Kindheit! Astrid trug an diesem Tag diese frechen Zöpfe, die mich an meine Lieblingsfigur von Astrid Lindgren erinnerte und lachend stand sie im Bachlauf, der sich durch die Regenfälle auf dem Waldgrund gebildet hatte.

Das Ziel unseres Weges hatte ich unter den vielen nassen Eindrücken fast vergessen. Dann stand er plötzlich da – der Frauenschuh – mitten in der tiefen Isarwildnis! Die Gruppe wurde ruhig. Stattlich, elegant und erhaben stand die Orchideengruppe da, als wäre sie, die Schöne, Herrscherin von diesem Fleckchen Wald.

Lieber Frauenschuh,
Du – warst es allemal wert, dass wir für dich den beschwerlichen Weg auf uns genommen haben, damit wir dich in deiner strahlenden Pracht an deinem Naturplatz bewundern konnten! Auch wenn unsere Frauenschuhe neben deiner Eleganz am Ende des Tages etwas mitgenommen aussahen! Gell, Astrid ☺.

1 Kommentar - möchtest du den Kommentar lesen?

„Frauenschuhe!“,…
Veröffentlicht am Mittwoch, 29. Mai 2019

… fasst eine Teilnehmerin des Volksheilkundlichen Kräuterkurses unser Ausbildungswochenende ganz trocken zusammen.
Klar, die hatten wir auch 🙂
Dazu aber auch noch jede Menge anderer grandioser Flora von der Akeleiblättrigen Wiesenraute bis zur Zimtrose, die einer alten Venezianischen Sage nach DIE Liebespflanze überhaupt ist.
Und wir haben direkt draußen die praktische Anwendung von Kräuterwickeln und Kompressen wie etwa mit dem Kreuzlabkraut ausprobiert. Outdoorgeeignet und wohltuend, wie sich schnell zeigte.

Und das alles dann auch mit einer gewissen Abenteuerkomponente – aber das sieht man ja schon an den Frauenschuhen 😉
Vielen Dank an Sonja für die geniale Fotokomposition!

Wer jetzt auch Lust auf Kräuterwissen mit ganz viel Spaß, Naturerlebnis und Pflanzenheilkunde bekommen hat: Hier sind die Infos zum Volksheilkundlichen Kräuterkurs an der FNL-Akademie in Bayern ab März 2020 🙂

1 Kommentar - möchtest du den Kommentar lesen?

Was die Natur uns verrät: Heilpflanzen gegen Frühjahrserkältungen
Veröffentlicht am Montag, 20. Mai 2019

Nach dem großen Arzt Paracelsus ist die Natur der wichtigste Ratgeber für den Menschen und würde ihm sogar die besten Heilmittelrezepte zeigen.
Solch eine Zusammenstellung sind etwa die drei Heilpflanzen, die gerade dieser Tage – wenn die Sonne zwar schon warm scheint, Wind und Schatten aber im krassen Wechsel noch schneidend kalt sein können –  im frühlingshaften Bergwald blühen: Huflattich, Pestwurz und Hohe Schlüsselblume.
Genau diese hier so wunderbar vergesellschafteten Frühlingsblüher sind bereits jede für sich genommen als entzündungshemmende, hustenreizstillende und gleichzeitig auch auswurffördernde Heilmittel bei akuten Erkältungskrankheiten. Zudem entfalten alle drei Pflanzen eine besonders gute Wirkung bei Frühlingserkältungen, also genau zu der Zeit, in der sie sich uns auch zeigen.

Für eine gerade auch für Kinder gut verträgliche Erkältungsteemischung werden je nach Pflanze ganz verschiedene Pflanzenteile verwendet: Die Blüten vom Huflattich, die Wurzeln der Pestwurz und Blüten sowie Wurzeln der Hohen Schlüsselblume.
Pro Tasse einen EL der Mischung mit gerade nicht mehr kochendem Wasser übergossen, 8 Minuten ziehen lassen und einen TL Honig zugeben. Mehr als drei Tassen täglich und länger als über einen Zeitraum von drei Tagen sollte die Mischung jedoch nicht verwendet werden, denn sowohl Pestwurz als auch Huflattich enthalten die bei längerfristigem Gebrauch leberschädigende Pyrrolizidalkaloide.

Hinweis: Im Gegensatz zu Huflattich und Pestwurz steht die Hohe Schlüsselblume (Primula elatior) in Bayern unter #Naturschutz und darf nicht gesammelt werden. Als Alternative bietet es sich jedoch unbedingt an, sich die schöne Frühlingspflanze aus der gut sortierten Gärtnerei nach Hause in den Garten oder Balkonkasten zu holen.

0 Kommentare - möchtest du einen Kommentar schreiben?

„Sah ein Kräuterkurs ein Röslein stehn…“, oder:
Veröffentlicht am Dienstag, 7. Mai 2019

Botanische Raritäten vor dem Schneesturm.
Eine ganz besonders zauberhafte Stimmung begleitete die diesjährige  Mai-Exkursion des Volksheilkundlichen Kräuterkurses an der FNL-Akademie in Bayern. Richtig aufgeladen von den hoch aufgetürmten Wetterwolken war die Atmosphäre rundum und der Himmel passend dazu in ein tiefes Blauschwarz getaucht.
Die Blüten aber leuchteten uns entgegen wie kleine Versprechen, daß doch der Sommer immerimmer wieder kommen wird und wir durften so in wunderbarer Abgeschiedenheit solche Besonderheiten wie Adonisröschen, Küchenschellen, Alpenbuchs und das Heideröschen entdecken.

Weshalb Goethe angesichts der kleinen purpurrosa Blüte seine berühmten Verse „Sah ein Knab’ ein Röslein stehn, / Röslein auf der Heiden, / War so jung und morgenschön, / … “ gedichtet hat?
Im Volksheilkundlichen Kräuterkurs erfahrt Ihr es 🙂

Übrigens, der nächste Kräuterkurs an der FNL-Akademie in Bayern startet wieder im kommenden Frühjahr. Infos dazu findet Ihr unter https://www.vomgletscherzumsteinkreis.de/?p=2050 🙂

0 Kommentare - möchtest du einen Kommentar schreiben?

Bayerische Moose und Moore – Radiotipp für den 02.05.2019
Veröffentlicht am Donnerstag, 2. Mai 2019

Eine große Besonderheit der bayerischen Flora ist der filigrane Moorenzian (Swertia perennis), dessen Blütensternchen gleichsam über die nassen Sumpfwiesen hinweg, dem Himmelslicht entgegen zu schweben scheinen.  Wie alle Moorpflanzen erhebt er sich damit über abgestorbenes Pflanzenmaterial darunter, und verkörpert so verkörpert den Triumph von Sonnenkraft und Leben – eine große Heilpflanze.
Deren materielle Verwendung sich aber bereits dadurch verbietet, daß sie aufgrund der Zerstörung ihres Lebensraums „Moor“ in den vergangenen Jahrhunderten immer seltener geworden ist und selbstverständlich unter vollständigem Naturschutz steht. 

Welche Auswirkungen der Rückgang natürlicher Moore auf uns hat und welch enormen Reichtum die Bayerischen Moose und Moore damit für uns haben ist das Thema des kräuterkulturellen Talks „Habe die Ehre“ vom 2. Mai 2019 mit BR Heimat – Kräuterexpertin Astrid Süßmuth und Heimat-Moderatorin Conny Glogger auf der Welle BR Heimat des Bayerischen Rundfunks von 10 – 12:00 Uhr.
Hier der Link zu BR Heimat: https://www.br.de/radio/br-heimat/programmkalender/sendung-2325360.html, wie immer mit Fotostrecke und ab nachmittags dem Podcast zur Sendung.

Viel Spaß beim Zu- oder Nachhören, und nicht vergessen:
O schaurig ist’s übers Moor zu gehn, / Wenn es wimmelt vom Heiderauche, / Sich wie Phantome die Dünste drehn…“

 

 

0 Kommentare - möchtest du einen Kommentar schreiben?

Im Zauberwald.
Veröffentlicht am Freitag, 26. April 2019

Schritt für Schritt und Traps für Traps… vorsichtig gehen wir immer weiter hinein in den schottischen Zauberwald mit seinen uralten Eichen und Buchen, zwischen denen feingliedrige Birkenstämmchen waldfeenartig herumzutanzen scheinen – Zauberwald eben.
Gleich einer Spiegelung des Himmelsgewölbes breitet sich unter uns ein ebenso unendlich wirkender Teppich aus blauschimmernden #Hasenglöckchen aus. Welch wunderbare Assoziationen drängen sich mir bei diesem unvergleichlichen Anblick auf: Ist dies das Blau aus dem der Marienmantel gemacht ist? Oder ist es vielmehr ein Umhang einer lange vergessenen Frühlingsgöttin?

Immer tiefer zieht es uns hinein in den Wald, wie könnten wir angesichts solch eines betörende Blütenwunders zu unseren Füßen auch nur im Ansatz daran zweifeln, daß Hasenglöckchenteppiche als gewobener Feenzauber gelten und es zum größten Unmut der Naturwesen führt wenn man auf die Blumen tritt oder sie ausreisst. Wir zweifeln auch keine Sekunde daran, daß die Hasenglöckchen alte #Zauberpflanzen sind, für #Liebeszauber etwa, oder zum Schutz und für die Gesundung kranker Kinder.

Tatsächlich wird das Hasenglöckchen (Hyacinthoides non-scripta, Asparagaceae) noch heute therapeutisch mit gutem Erfolg bei Kindern mit einer besonderen Anfälligkeit für #Erkältungskrankheiten, vergrößerten Mandeln, einer plötzlichen Verringerung des Hörvermögen ohne organische Ursachen und bei Paukenhöhlenergüssen eingesetzt. Homöopathisch aber, da die #Heilpflanze leicht giftig ist.

Bei uns im Alpenraum wächst das Hasenglöckchen leider nicht; wer seinem Zauber verfallen möchte muss zur Blütezeit rund um Beltaine (das alte Fest des wiedererwachenden Lebens nach der Dunkelheit des Winters, das je nach Vollmond zwischen Ende April und Mitte Mai gefeiert wird) nach Irland, Schottland oder England reisen um dort das Naturwunder erfahren zu können.

When harebells chime,
For fairy feasts and fairy balls.
They tinkle while the fairies play,
With dance and song,
The whole night long,
Till daybreak wakens, cold and grey,
And elfin music fades away.

               Cicely Barker, Flower Fairies of Summer

 

 

 

1 Kommentar - möchtest du den Kommentar lesen?

Pulsatilla, die Aprilschönheit
Veröffentlicht am Dienstag, 9. April 2019

Ganz versonnen scheint die kleine Küchenschelle aus dem frühlingshaft warmen Heidegras der Sonne entgegenzustrahlen – so entzückt vom wiedergekehrten Frühling, daß sie gleich gar die Sonne selbst in ihrem zauberhaft-zartviolettem Blütenkelch wiederspiegelt .
Doch wehe es ziehen Regenwolken auf!
Huschhusch sind die feinen Blütchen zugeklappt und geschwind noch in ein dickes Mäntelchen aus silbrigen Härchen gehüllt. Ganz betrübt lässt sie nun ihr Köpfchen hängen… ach wenn nur bald die Sonne wieder schiene! Was im April glücklicherweise oft gar nicht so lange dauert, zum Glück für das kleine Pulsatillchen und mich als entzückten Betrachter der kleinen Schönheit.

Die Küchenschelle ist aber nicht nur eine der herzergreifend schönsten Frühlingsblumen, sie ist auch eine herausragende Heilpflanze. Schon mit ihrer zart lila Blüte zeigt sie dem aufmerksamen Betrachter eine Aura feiner Melancholie und unbestimmter Sehnsucht an, ein Wesenszug der vielen Menschen inne ist denen sich beim Anblick der Küchenschelle das Herz öffnet. Ganz oft sind dies Menschen mit einem Hang zu Stimmungsschwankungen wie Aprilwetter: von himmelhoch in die Sonne jauchzend zu regenpitschnass zu Tode betrübt, von einem zum nächsten Augenblick. Das sehnsuchtsvoll-romantische Wesen der zarten Blume zeigt sich dann auch oft in der (Gedanken-) Welt dieser Menschen, in Träumen von Liebesromanzen in Cornwall oder einem glücklichen Sommer auf einer Alm weit oben in der Bergen. Klar, meistens sind das natürlich Frauen oder Mädchen, für die dann die Küchenschelle auch das erste Heilmittel der Wahl ist.
Bei Schlafstörungen mit schwierigem Einschlafen und langem Ausschlafen morgens, die mit einer starken nächtlichen Sehnsucht nach Geborgenheit, Einsamkeit oder Trennungsängsten verbunden sind. Bei Blasenentzündung nach Durchnässung oder Sitzen auf kaltem Boden. Als phytohormonell wirkende Pflanze im Bereich von Menstruationsbeschwerden, in der Geburtshilfe sowie im Klimakterium.
Und vor allem bei einem weiten Spektrum psychosomatischer Beschwerden von (oft wehenartigen) Kreuzschmerzen über juckende Hautausschläge bis hin zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die allesamt auf eine zugrundeliegende Thematik von Kälte und Schutzlosigkeit zurückgeführt werden können.

Verwendet wird die Küchenschelle als Giftpflanze ausschließlich in homöopathischer Zubereitung, vor allem in sehr tiefen Potenzen – gepflückt werden darf sie ohnehin nicht, da sie glücklicherweise im gesamten Alpenraum unter Naturschutz steht.
So daß sich auch unsere Kinder und deren Kinder hoffentlich noch in vielen Jahren an dieser wunderbaren kleine Frühlingsschönheit ihr Herz erfreuen können

1 Kommentar - möchtest du den Kommentar lesen?

Rot, Grün, Blau – die Farben der Natur.
Veröffentlicht am Montag, 1. April 2019

Radiotipp für Dienstag, den 02.04.2019, 10 – 12:00 Uhr:
„Ob leuchtende Sommerblumen, funkelnde Seen oder schimmernde Edelsteine – unsere Welt ist herrlich bunt. Gerade jetzt nach dem Winter sind wir Menschen besonders empfänglich für die vielen zarten und kräftigen Farbtupfer in der Natur. Warum das Pflanzengrün ein echtes Kraftwerk ist, welche Farben für uns besonders wohltuend sind und was es mit der Gesundkraft von Obst und Gemüse auf sich hat, klären BR Heimat-Moderatorin Conny Glogger und Heimat-Kräuterexpertin Astrid Süßmuth in der Aprilsendung des kräuterkulturellen Ratschs von „Habe die Ehre!“.“

„Habe die Ehre!“, der kräuterkulturelle Talk zum Thema „Rot, Grün, Blau – die Farben der Natur“ live und in Farbe*  am 2. April auf der Welle BR-Heimat** des Bayerischen Rundfunks – und natürlich wie immer zum Nachhören als Podcast.

* Farbe gibt es wohl im Radio 🙂  Zur Bildergalerie geht’s hier!
** zu empfangen über DAB, Satellit oder im Internet.

1 Kommentar - möchtest du den Kommentar lesen?

Erster Bärlauch des Jahres 2019 für uns…
Veröffentlicht am Dienstag, 19. März 2019

… zum Hineinsetzen! Und das nicht nur weil er so richtig gesund ist, sondern vor allem weil er einfach furchtbar gut schmeckt 🙂

Das kleine grüne Pflänzchen ist tatsächlich dermaßen grandios heilkräftig, daß man eigentlich an Ort und Stelle in donnernden Applaus ausbrechen sollte:
Bereits der Genuß von Bärlauch fördert die Blutzirkulation, so daß er prophylaktisch gegen Schwindel und redizivierende Anfälle von Tinnitus eingesetzt werden kann. Er wirkt blutdrucksenkend und verbessert dazu signifikant Lymph- undvenöse Blutzirkulation. Man könnte sagen, die Frühlingspflanze Bärlauch bringt dem Körper einen Hauch Lebensfrühling zurück.

Als Frühlingspflanze ist der Bärlauch natürlich auch eine große Heilpflanze für die Kindheit. Insbesondere durch mehrfache Antibiotikagaben, Impfungen aber auch durch Infekte kommt es bei Kindern immer wieder zu chronischem Darmpilzbefall. Dieser äußert sich typischerweise in Müdigkeitsattacken, schlechter Konzentrationsfähigkeit, unspezifischen Bauchschmerzen bei wechselndem Appetit, Schlafstörungen und schlechter Laune. Die Augen der betroffenen Kinder sind unterschattet, Bäckchen bleich und Händchen kühl. Sie neigen zu redizivierenden Erkältungskrankheiten. Erstaunlicherweise tritt bei diesen Kindern häufig ein regelrechter Heißhunger auf frisch gepflückten Bärlauch auf. Es  schreit geradezu danach, frischen Bärlauch in eine kindliche Darmpilzkur zu integrieren. Mit seinem hohen Vitamin-C-Gehalt unterstützt der Bärlauch den kleinen Körper zudem, den „Kraftstoff“ Eisen aus der Nahrung zu resorbieren. Beim Eisengehalt selbst ist der Bärlauch ohnehin mit 2,9 mg / 100 g einer der Spitzenreiter unserer heimsichen Flora..

0 Kommentare - möchtest du einen Kommentar schreiben?

Buchvorstellung „Käuterbrauchtum übers Jahr“
Veröffentlicht am Freitag, 1. März 2019

Rückblick auf den gestrigen Abend des 28.02.2019 im Gartencenter Kiefl in Gauting bei München, an dem ich zusammen mit meiner Autoren- und Radiotalkkollegin Conny Glogger unser gemeinsames Buch „Kräuterbrauchtum übers Jahr“ vorstellen durfte.
Unser herzlicher Dank gilt allen fleißigen Helfern, dem engagierten Team vom Gartencenter Kiefl und natürlich den vielen interessierten Zuhörern, die uns auf unserer Bilder- und Lesereise zu den besonderen Traditionen und das reiche Brauchtum rund um unsere Kräuter durch die Jahreszeiten hindurch begleiteten <3

Kräuterbrauchtum übers Jahr
Astrid Süßmuth & Conny Glogger
Freya Verlag, 2019
ISBN  978-3990253687
€ 19,90
0 Kommentare - möchtest du einen Kommentar schreiben?

Unterwegs im bayerischen Erstfrühling…
Veröffentlicht am Montag, 25. Februar 2019

… und immer auf der Suche nach den schönsten und kräuterreichsten Exkursionswegen für unseren Volksheilkundlichen Kräuterkurs 🙂
Jetzt im phänologischen Erstfrühling, der mit dem Goldstaub der blühenden Haselkätzchen die Rückkehr der Sonne nach dem Winter verkündet, zeigt sich das bayerische Voralpenland aber noch immer von seiner kalten Seite. Schneewächten zieren die Moränenhügellandschaft und die herrlichen Himmelsaugen, die in ein paar Monaten aus saftiggrünen Wiesen herausblitzen werden, sind noch von einer dicken Eisschicht bedeckt.
Wer entdeckt denn den kleinen See?

0 Kommentare - möchtest du einen Kommentar schreiben?

Winterzeit – Kräuterzeit :-)
Veröffentlicht am Mittwoch, 20. Februar 2019

Wer sagt eigentlich, daß Skibergsteigen mit Kräuterkunde überhaupts nix zu tun hat?
Ich jedenfalls nicht 😉
… und freue mich sehr darüber, gestern dieses wunderbare kleine Blümchen im Wettersteingebirge auf gut 1900 Metern gefunden zu haben – wenn es auch nicht ganz so grün ist, wie es als Immergrüne sein sollte. Auf jeden Fall aber ist es eine prima Hausaufgabe für meine Teilnehmer am Volksheilkundlichen Kräuterkurs an der FNL-Akademie 🙂
Wisst Ihr, wie diese wunderschöne Pflanze heißt und was sie so macht?

NEIN ???!
Dann müsst Ihr wohl gleich nachfolgenden Spoiler lesen.

Die Silberwurz (Dryas octopetala) ist als Pionierpflanze im gesamten Alpenraum in Höhenlagen von 1.200 bis 2.500 m auf Felsschutt, steinigen Rasen und Matten beheimatet. Im Gegensatz zu anderen Immergrünen sucht sie explizit einen sonnenexponierten Platz, der schon früh im Jahr ausapert.
Ihre zarten weißen Blüten der Silberwurz täuschen den flüchtigen Beobachter darüber hinweg, dass er eine der robustesten und erdgeschichtlich bedeutendsten Vertreter der heimischen Vegetation vor sich hat. Als verholzender Spalierstrauch mitnur 5 cm Höhe bot die Silberwurz den rauen Gletscherwinden der letzten Eiszeit kaum Angriffsfläche und ermöglichte gleichzeitig Sandablagerungen als Lebensgrundlage für andere Pflanzen. Auch für die Eiszeitriesen war die kleine Silberwurz dank ihres hohen Nährstoffgehalts eine Lebensgrundlage. Funde von Mammutbackenzähnen mit den winzigen Blättchen der Silberwurz darauf sind die stummen Zeugen.

0 Kommentare - möchtest du einen Kommentar schreiben?

Zum Apolloniatag
Veröffentlicht am Samstag, 9. Februar 2019

Apolloniatag am 9. Februar – Gedenktag der Zahnheiligen und des Apollonienkrauts.
Die Vorstellung ist kaum erträglich: Auf Befehl des eigenen Vaters wurden der Jungfer Apollonia mit einer eisernen Zange alle Zähne aus dem Kiefer gebrochen, um sie doch dazu zu bringen, dem Christentum abzuschwören. Zwar hüllte dann ein Engel Apollonia in einen heilsamen Nebel, innerhalb dessen ihr die Zähne wieder nachwuchsen, ein Sprung ins Feuer beendete jedoch kurz darauf das Leben der Märtyrerin.

So wie der Engel die frühchristliche Märtyrerin mit einem dichten Nebel umhüllte, umhüllten auch einst Bader und Zahnbrecher ihre Patienten mit dichtem Rauch. Diese Räucherung aus dem Apollonienkraut genannten Bilsenkraut, einem hochgiftigen Nachtschattengewächs, diente der Schmerzlinderung. Half die Räucherung alleine nicht, erhielt der Leidende zusätzlich eine Abkochung aus Bilsenkaut und Stechapfel, um den schmerzenden Zahn zu ziehen. Kaum ungiftiger und gleichwohl alles andere als empfehlenswert war die Praxis, zahnenden Babys Ketten aus Bilsenkrautsamen umzuhängen, die am Apolloniatag auf einem weißen Faden aufgefädelt und geweiht werden mussten.

Noch heute hat die Heilige als Schutzpatronin bei Zahnschmerzen einen festen Platz im Volksglauben, der Gebrauch des Apollonienkrauts hat sich jedoch glücklicherweise zugunsten der modernen Zahnmedizin verloren…

1 Kommentar - möchtest du den Kommentar lesen?

Kräuterbrauchtum im Winter,…
Veröffentlicht am Mittwoch, 6. Februar 2019

… das ist natürlich viel mehr als zu Weihnachten den Christbaum schmücken.
Gefällte Bäume am Waldmännleintag (2. Januar) zum Dank mit Mooshauben zu schmücken gehört dazu,oder am Apolloniatag (9. Februar) ein Amulett aus der Zauberpflanze Bilsenkraut gegen Zahnschmerezn anzufertigen – und wenn es geht sogar noch weihen zu lassen.
Was ist denn Euer liebstes Kräuterbrauchtum im Winter?

 

Mehr Kräuterbrauchtum für Frühjarn, Sommer, Herbst und Winter findet Ihr natürlich im „Kräuterbrauchtum übers Jahr“ von Astrid Süßmuth & Conny Glogger (Freya Verlag, € 19,90 – https://www.amazon.de/Kr%C3%A4uterbrauchtum-%C3%BCbers-Jahr-Astrid-S%C3%BC%C3%9Fmuth/dp/3990253689).

0 Kommentare - möchtest du einen Kommentar schreiben?

Themen in unserem Blog: