Monat: April 2019
Rot, Grün, Blau – die Farben der Natur.
am Montag, 1. April 2019

Radiotipp für Dienstag, den 02.04.2019, 10 – 12:00 Uhr:
„Ob leuchtende Sommerblumen, funkelnde Seen oder schimmernde Edelsteine – unsere Welt ist herrlich bunt. Gerade jetzt nach dem Winter sind wir Menschen besonders empfänglich für die vielen zarten und kräftigen Farbtupfer in der Natur. Warum das Pflanzengrün ein echtes Kraftwerk ist, welche Farben für uns besonders wohltuend sind und was es mit der Gesundkraft von Obst und Gemüse auf sich hat, klären BR Heimat-Moderatorin Conny Glogger und Heimat-Kräuterexpertin Astrid Süßmuth in der Aprilsendung des kräuterkulturellen Ratschs von „Habe die Ehre!“.“

„Habe die Ehre!“, der kräuterkulturelle Talk zum Thema „Rot, Grün, Blau – die Farben der Natur“ live und in Farbe*  am 2. April auf der Welle BR-Heimat** des Bayerischen Rundfunks – und natürlich wie immer zum Nachhören als Podcast.

* Farbe gibt es wohl im Radio 🙂  Zur Bildergalerie geht’s hier!
** zu empfangen über DAB, Satellit oder im Internet.

Pulsatilla, die Aprilschönheit
am Dienstag, 9. April 2019

Ganz versonnen scheint die kleine Küchenschelle aus dem frühlingshaft warmen Heidegras der Sonne entgegenzustrahlen – so entzückt vom wiedergekehrten Frühling, daß sie gleich gar die Sonne selbst in ihrem zauberhaft-zartviolettem Blütenkelch wiederspiegelt .
Doch wehe es ziehen Regenwolken auf!
Huschhusch sind die feinen Blütchen zugeklappt und geschwind noch in ein dickes Mäntelchen aus silbrigen Härchen gehüllt. Ganz betrübt lässt sie nun ihr Köpfchen hängen… ach wenn nur bald die Sonne wieder schiene! Was im April glücklicherweise oft gar nicht so lange dauert, zum Glück für das kleine Pulsatillchen und mich als entzückten Betrachter der kleinen Schönheit.

Die Küchenschelle ist aber nicht nur eine der herzergreifend schönsten Frühlingsblumen, sie ist auch eine herausragende Heilpflanze. Schon mit ihrer zart lila Blüte zeigt sie dem aufmerksamen Betrachter eine Aura feiner Melancholie und unbestimmter Sehnsucht an, ein Wesenszug der vielen Menschen inne ist denen sich beim Anblick der Küchenschelle das Herz öffnet. Ganz oft sind dies Menschen mit einem Hang zu Stimmungsschwankungen wie Aprilwetter: von himmelhoch in die Sonne jauchzend zu regenpitschnass zu Tode betrübt, von einem zum nächsten Augenblick. Das sehnsuchtsvoll-romantische Wesen der zarten Blume zeigt sich dann auch oft in der (Gedanken-) Welt dieser Menschen, in Träumen von Liebesromanzen in Cornwall oder einem glücklichen Sommer auf einer Alm weit oben in der Bergen. Klar, meistens sind das natürlich Frauen oder Mädchen, für die dann die Küchenschelle auch das erste Heilmittel der Wahl ist.
Bei Schlafstörungen mit schwierigem Einschlafen und langem Ausschlafen morgens, die mit einer starken nächtlichen Sehnsucht nach Geborgenheit, Einsamkeit oder Trennungsängsten verbunden sind. Bei Blasenentzündung nach Durchnässung oder Sitzen auf kaltem Boden. Als phytohormonell wirkende Pflanze im Bereich von Menstruationsbeschwerden, in der Geburtshilfe sowie im Klimakterium.
Und vor allem bei einem weiten Spektrum psychosomatischer Beschwerden von (oft wehenartigen) Kreuzschmerzen über juckende Hautausschläge bis hin zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die allesamt auf eine zugrundeliegende Thematik von Kälte und Schutzlosigkeit zurückgeführt werden können.

Verwendet wird die Küchenschelle als Giftpflanze ausschließlich in homöopathischer Zubereitung, vor allem in sehr tiefen Potenzen – gepflückt werden darf sie ohnehin nicht, da sie glücklicherweise im gesamten Alpenraum unter Naturschutz steht.
So daß sich auch unsere Kinder und deren Kinder hoffentlich noch in vielen Jahren an dieser wunderbaren kleine Frühlingsschönheit ihr Herz erfreuen können

Im Zauberwald.
am Freitag, 26. April 2019

Schritt für Schritt und Traps für Traps… vorsichtig gehen wir immer weiter hinein in den schottischen Zauberwald mit seinen uralten Eichen und Buchen, zwischen denen feingliedrige Birkenstämmchen waldfeenartig herumzutanzen scheinen – Zauberwald eben.
Gleich einer Spiegelung des Himmelsgewölbes breitet sich unter uns ein ebenso unendlich wirkender Teppich aus blauschimmernden #Hasenglöckchen aus. Welch wunderbare Assoziationen drängen sich mir bei diesem unvergleichlichen Anblick auf: Ist dies das Blau aus dem der Marienmantel gemacht ist? Oder ist es vielmehr ein Umhang einer lange vergessenen Frühlingsgöttin?

Immer tiefer zieht es uns hinein in den Wald, wie könnten wir angesichts solch eines betörende Blütenwunders zu unseren Füßen auch nur im Ansatz daran zweifeln, daß Hasenglöckchenteppiche als gewobener Feenzauber gelten und es zum größten Unmut der Naturwesen führt wenn man auf die Blumen tritt oder sie ausreisst. Wir zweifeln auch keine Sekunde daran, daß die Hasenglöckchen alte #Zauberpflanzen sind, für #Liebeszauber etwa, oder zum Schutz und für die Gesundung kranker Kinder.

Tatsächlich wird das Hasenglöckchen (Hyacinthoides non-scripta, Asparagaceae) noch heute therapeutisch mit gutem Erfolg bei Kindern mit einer besonderen Anfälligkeit für #Erkältungskrankheiten, vergrößerten Mandeln, einer plötzlichen Verringerung des Hörvermögen ohne organische Ursachen und bei Paukenhöhlenergüssen eingesetzt. Homöopathisch aber, da die #Heilpflanze leicht giftig ist.

Bei uns im Alpenraum wächst das Hasenglöckchen leider nicht; wer seinem Zauber verfallen möchte muss zur Blütezeit rund um Beltaine (das alte Fest des wiedererwachenden Lebens nach der Dunkelheit des Winters, das je nach Vollmond zwischen Ende April und Mitte Mai gefeiert wird) nach Irland, Schottland oder England reisen um dort das Naturwunder erfahren zu können.

When harebells chime,
For fairy feasts and fairy balls.
They tinkle while the fairies play,
With dance and song,
The whole night long,
Till daybreak wakens, cold and grey,
And elfin music fades away.

               Cicely Barker, Flower Fairies of Summer

 

 

 

Volksheilkundlicher Kräuterkurs | Impressionen

Kräuterheilkunde in Verbindung mit moderner Phytotherapie, Grundlagen der Botanik, viel Praxis und ganz viele Naturerlebnisse für Laien, Interessierte und Pflanzenkenner.

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