Monat: Februar 2019
Kräuterbrauchtum übers Jahr
am Samstag, 2. Februar 2019

von Astrid Süßmuth (Freya Verlag, 2019)

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Kräuterbrauchtum im Winter,…
am Mittwoch, 6. Februar 2019

… das ist natürlich viel mehr als zu Weihnachten den Christbaum schmücken.
Gefällte Bäume am Waldmännleintag (2. Januar) zum Dank mit Mooshauben zu schmücken gehört dazu,oder am Apolloniatag (9. Februar) ein Amulett aus der Zauberpflanze Bilsenkraut gegen Zahnschmerezn anzufertigen – und wenn es geht sogar noch weihen zu lassen.
Was ist denn Euer liebstes Kräuterbrauchtum im Winter?

 

Mehr Kräuterbrauchtum für Frühjarn, Sommer, Herbst und Winter findet Ihr natürlich im „Kräuterbrauchtum übers Jahr“ von Astrid Süßmuth & Conny Glogger (Freya Verlag, € 19,90 – https://www.amazon.de/Kr%C3%A4uterbrauchtum-%C3%BCbers-Jahr-Astrid-S%C3%BC%C3%9Fmuth/dp/3990253689).

Zum Apolloniatag
am Samstag, 9. Februar 2019

Apolloniatag am 9. Februar – Gedenktag der Zahnheiligen und des Apollonienkrauts.
Die Vorstellung ist kaum erträglich: Auf Befehl des eigenen Vaters wurden der Jungfer Apollonia mit einer eisernen Zange alle Zähne aus dem Kiefer gebrochen, um sie doch dazu zu bringen, dem Christentum abzuschwören. Zwar hüllte dann ein Engel Apollonia in einen heilsamen Nebel, innerhalb dessen ihr die Zähne wieder nachwuchsen, ein Sprung ins Feuer beendete jedoch kurz darauf das Leben der Märtyrerin.

So wie der Engel die frühchristliche Märtyrerin mit einem dichten Nebel umhüllte, umhüllten auch einst Bader und Zahnbrecher ihre Patienten mit dichtem Rauch. Diese Räucherung aus dem Apollonienkraut genannten Bilsenkraut, einem hochgiftigen Nachtschattengewächs, diente der Schmerzlinderung. Half die Räucherung alleine nicht, erhielt der Leidende zusätzlich eine Abkochung aus Bilsenkaut und Stechapfel, um den schmerzenden Zahn zu ziehen. Kaum ungiftiger und gleichwohl alles andere als empfehlenswert war die Praxis, zahnenden Babys Ketten aus Bilsenkrautsamen umzuhängen, die am Apolloniatag auf einem weißen Faden aufgefädelt und geweiht werden mussten.

Noch heute hat die Heilige als Schutzpatronin bei Zahnschmerzen einen festen Platz im Volksglauben, der Gebrauch des Apollonienkrauts hat sich jedoch glücklicherweise zugunsten der modernen Zahnmedizin verloren…

Winterzeit – Kräuterzeit :-)
am Mittwoch, 20. Februar 2019

Wer sagt eigentlich, daß Skibergsteigen mit Kräuterkunde überhaupts nix zu tun hat?
Ich jedenfalls nicht 😉
… und freue mich sehr darüber, gestern dieses wunderbare kleine Blümchen im Wettersteingebirge auf gut 1900 Metern gefunden zu haben – wenn es auch nicht ganz so grün ist, wie es als Immergrüne sein sollte. Auf jeden Fall aber ist es eine prima Hausaufgabe für meine Teilnehmer am Volksheilkundlichen Kräuterkurs an der FNL-Akademie 🙂
Wisst Ihr, wie diese wunderschöne Pflanze heißt und was sie so macht?

NEIN ???!
Dann müsst Ihr wohl gleich nachfolgenden Spoiler lesen.

Die Silberwurz (Dryas octopetala) ist als Pionierpflanze im gesamten Alpenraum in Höhenlagen von 1.200 bis 2.500 m auf Felsschutt, steinigen Rasen und Matten beheimatet. Im Gegensatz zu anderen Immergrünen sucht sie explizit einen sonnenexponierten Platz, der schon früh im Jahr ausapert.
Ihre zarten weißen Blüten der Silberwurz täuschen den flüchtigen Beobachter darüber hinweg, dass er eine der robustesten und erdgeschichtlich bedeutendsten Vertreter der heimischen Vegetation vor sich hat. Als verholzender Spalierstrauch mitnur 5 cm Höhe bot die Silberwurz den rauen Gletscherwinden der letzten Eiszeit kaum Angriffsfläche und ermöglichte gleichzeitig Sandablagerungen als Lebensgrundlage für andere Pflanzen. Auch für die Eiszeitriesen war die kleine Silberwurz dank ihres hohen Nährstoffgehalts eine Lebensgrundlage. Funde von Mammutbackenzähnen mit den winzigen Blättchen der Silberwurz darauf sind die stummen Zeugen.

Unterwegs im bayerischen Erstfrühling…
am Montag, 25. Februar 2019

… und immer auf der Suche nach den schönsten und kräuterreichsten Exkursionswegen für unseren Volksheilkundlichen Kräuterkurs 🙂
Jetzt im phänologischen Erstfrühling, der mit dem Goldstaub der blühenden Haselkätzchen die Rückkehr der Sonne nach dem Winter verkündet, zeigt sich das bayerische Voralpenland aber noch immer von seiner kalten Seite. Schneewächten zieren die Moränenhügellandschaft und die herrlichen Himmelsaugen, die in ein paar Monaten aus saftiggrünen Wiesen herausblitzen werden, sind noch von einer dicken Eisschicht bedeckt.
Wer entdeckt denn den kleinen See?

Volksheilkundlicher Kräuterkurs | Impressionen

Kräuterheilkunde in Verbindung mit moderner Phytotherapie, Grundlagen der Botanik, viel Praxis und ganz viele Naturerlebnisse für Laien, Interessierte und Pflanzenkenner.